Partnersuche im Internet – macht das Sinn?

Was die Partnersuche im Internet angeht gehen die Meinungen häufig auseinander. Der eine findet es gut, der andere sagt das geht gar nicht – viel zu unpersönlich usw. Aus diesem Grund möchte ich so eine Art kurzen geschichtlichen Rückblick wagen, mit dem ich verdeutlichen will, warum die Partnersuche im Internet durchaus Sinn macht.

Ich selber bin ja ein Kind der 90-er Jahre und bin groß geworden im Kleinstadtgürtel um Nürnberg herum. Meine Abende an den Wochenenden habe ich überwiegend in Erlangen verbracht. Wenn man in so einer Region groß wird, dann kennt man irgendwann einen Großteil der Leute seiner Generation um einen herum und sieht in der Disco und in den Bars immer die gleichen Leute. Noch viel schlimmer muss es wohl auf den echten Dörfern sein. Da ist die Auswahl an möglichen Partnern sehr beschränkt. Also ehrlich gesagt, ich möchte nicht so leben, dass ich sage: ich nehme was da ist. Stattdessen wollte ich immer eine Partnerin, die zu mir passt und mit der ich mich gut verstehe. Da war es schon hilfreich nach Nürnberg zu ziehen, denn dort habe ich dann meine Frau kennengelernt. Bevor es so weit war, habe ich vorher doch so einiges an Chats, Telefonaten, Dates und Gesprächen geführt, bis endlich die Richtige dabei war.

Wenn ich das alles rekapituliere, dann sage ich: es gibt nichts besseres als von Anfang an den Überblick über die Leute zu haben, welche die gleichen Interessen und zumindest ähnliche Einstellungen haben.

Als ich im Jahr 2005 Single war, da habe ich es auch mal ausprobiert mit Internetbörsen. Damals verwendeten wir noch das gute, alte Friendscout. Für mich war das relativ neu, aber schlecht fand ich das nicht. Ich konnte auf Anhieb die ganze Region nach Frauen filtern, die in meinem Alter waren und konnte gezielt die passenden Leute ansprechen. Es haben sich auch nette Kontakte ergeben. Ob man sich also auf einer Feier kennen lernt und danach verabredet, oder ob man sich im Internet im Chat begegnet und dann zum Kaffee trifft – da sehe ich keinen wirklichen Unterschied.

Allerdings muss ich sagen, dass Friendscout damals ein Problem hatte. Die Zielgruppe war quasi nur nach Alter gefiltert und sonst nichts. Das hat die Suche etwas komplizierter gemacht. Daher kann ich auch verstehen, warum doch noch so viele verschiedene Partnerbörsen aus dem Boden geschossen sind: Elitepartner, Instakontakte, Parship, Tinder und wie sie alle heißen. Der Vorteil bei ihnen ist, dass sie sich meist an eine spezielle Zielgruppe wenden. Beim einen ist es das Einkommen, beim anderen ist es die Religion, der Musikgeschmack oder die Frage, ob man eine dauerhafte Beziehung sucht, oder nur etwas Abwechslung.

Ich finde jeder Mensch sollte das finden, was er wirklich möchte und diese vielen Sparten-Partnerseiten können dabei durchaus hilfreich sein. Man vertrödelt keine unnötige Zeit damit sich durch eine Menschenmenge zu fragen, wer was möchte, sondern schon bei der Anmeldung ist alles klar. Ich sage also: Partnersuche im Internet – macht total Sinn.

Author: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.