Hausdämmung und Energiesparen – worauf achten?

Anzeige – Ich erinnere mich noch gut, wie 1998 die Rot-Grüne Regierung die Macht übernommen hat. Damals gab es eine Art Zeitenwende in Sachen Energiesparen und Bausanierung. Mit der Einführung der Ökosteuer wurden die Kosten für Öl, Gas und Strom usw. deutlich erhöht, so dass die Bürger des Landes schlagartig einen massiven, finanziellen Anreiz erhielten, um sich ernsthaft um die Reduktion ihres Energieverbrauchs zu kümmern. Damit sollte der Einsatz von fossilen Brennstoffen reduziert und der damit verbundene CO2-Ausstoß gesenkt werden. Ebenso sollte der geringere Energiebedarf dazu führen, dass die Kernkraftwerke weniger beansprucht werden, um einen baldigen Ausstieg zu ermöglichen. Grundsätzlich waren das gute Ideen, denn nichts bringt Menschen schneller dazu von einem Lippenbekenntnis zur Umwelt zu einem veränderten Verhalten zu bewegen, als das liebe Geld. Doch was war das Ergebnis? Die Menschen fingen an wie verrückt ihre Häuser zu isolieren und gaben horrende Summen für Dämmstoffe aus. Oft wurden sie einfach an die Mieter weitergegeben.

Hat sich das alles unterm Strich gelohnt? Oder verprassen Hausbesitzer nur Geld?

 

Haus dämmen – sinnvoll oder nicht sinnvoll?

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen. Viele Immobilienbesitzer haben die angeblich besten Dämmstoffe eingesetzt und seither gibt es genug Erfahrungswerte darüber, ob die Maßnahmen wirklich den gewünschten Effekt erzielt haben und ob sich die Energieeffizienz der Gebäude allgemein gesteigert hat.

Eins steht fest, die bekanntsten Dämmstoffe haben sich teilweise als teures Vergnügen erwiesen. Da wäre zum Beispiel Glaswolle. Dieses Material wird oft auf die Außenfassade montiert und dann mit einer Schutzschicht überzogen. Das Problem ist jedoch, dass Glaswolle Flüssigkeit aufnimmt und speichert. Das führte dazu, dass die meisten Besitzer von energetisch “modernen” Häusern nun öfter mit Schimmel zu kämpfen haben als früher. Die Kosten für die Wartung der Fassade sind dagegen drastisch gestiegen. Was man an Energie spart, das gibt man auf der anderen Seite für eine viel aufwändigere Instandhaltung aus. Zudem ist Wärmeisolierung schön und gut, aber das Thema Energiespeicherung darf man dabei nicht vergessen. Viele Dämmaterialien speichern nämlich keine Wärme, daher trägt das UV-Licht der Sonne im Winter nicht zur Erhaltung der Wärme im Innern bei.

Da wäre zudem noch das Thema “Brandgefahr” aufgrund von Dämmung. Manche Materialien sind sehr leicht entflammbar. Das führte beispielsweise in London zu einer Katastrophe. Dort sind 2017 viele Bewohner eines Hochhauses bei einem Brand umgekommen, weil die Isolierung zu leicht entflammbar war.

Man hat im Laufe der Jahre festgestellt, dass die guten alten Ziegelsteine und Massivholz bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Wände nur dick genug sind. Das gute alte Massivhaus integriert also beide Effekte: es isoliert und speichert die Wärme. Die Instandhaltung dagegen ist sehr unkompliziert.

Halten wir fest: für eine möglichst hohe Einsparung, ist eine  energieffizienzorientierte Bauplaung das das A und O.

 

Welche Maßnahme bringt den größten Effekt?

Oft ist es nicht die Dämmung, mit der man viel Geld sparen kann, sondern man kann sich über eine alternative Heizung Gedanken machen. Man sollte überlegen, wie man mit minimalem Einsatz, ein möglichst gutes Ergebnis erzielt.

Es kann zum Beispiel sein, dass die alte Ölheizung im Keller so ineffizient ist, dass man mit einem Austausch gegen Gas 10% Heizkosten eingespart werden können. So hat es zumindest der Gutachter für mein Wohnhaus neulich berechnet. Iso-Fenster dagegen würden bei unserem Gebäude kaum etwas bringen – dennoch wären sie in Relation teuer. Der Tausch der Heizung würde sich also sehr schnell amortisieren, die Fenster würden dagegen kaum etwas bringen.

 

Fazit

Viele Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Häusern haben sich als Irrtümer entpuppt.

Wer möglichst hohe Einsparungen erzielen möchte, der sollte sich mit der richtigen Bauweise für Alt- und Neubau auseinandersetzen.

Häufig ist es billiger und effizienter, wenn man Anstelle der Dämmung / Isolierung das Geld in die Modernisierung der Heizungsanlage investiert.

 

 

 

 

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.