Der Vorteil von Zeitarbeit und Headhuntern

Heute nenne ich Ihnen zwei gute Gründe, warum es sich bei der Jobsuche lohnt auf Zeitarbeit, Personalvermittler oder Headhunter zu setzen.

Google Anzeigen:

Grund 1: Der unsichtbare Arbeitsmarkt

Als ich vor einigen Jahren auf Stellensuche war, da ist mir aufgefallen, dass der „sichtbare“ Arbeitsmarkt nur die Spitze eines riesigen Eisberges ist. Frei zugängliche Angebote in Zeitungen und im Internet bilden eine kleine Minderheit, während es viele Stellen gibt, die Sie auf diesem Wege niemals zu Gesicht bekommen werden. Diesen „Schattenarbeitsmarkt“ kontrollieren Zeitarbeitsfirmen, Personalvermittler und Headhunter.

Das ist mir klar geworden, als ich zu der Zeit meinen Lebenslauf bei den größten Personalvermittlern in der Region hinterlegt hatte. Während ich vergeblich auf passende Anzeigen in der Zeitung und im Internet wartete, vermittelten mir die Personalfirmen ca. 1-2 Vorstellungsgespräche pro Woche und das über mehrere Wochen. Die Quote von Zeitung & Internet vs. Personalvermittler lag bei ca. 1:5 oder noch mehr. Das ist ein gravierender Unterschied und zeigt, dass es unerlässlich ist bei der Jobsuche die Vermittler einzuschalten.

Nach mehreren Berufsjahren habe ich einige Einblicke hinter die Kulissen dieser Branche bekommen und kann Ihnen auch sagen warum das so ist. Die Unternehmen sparen sich einfach die Arbeit und die Kosten, die eine Ausschreibung so mit sich bringt. Eine Annonce schalten, hunderte von Bewerbungen sichten, bearbeiten und wieder zurückzuschicken – all das verursacht immense Kosten. Da ist es deutlich billiger auf die Personalfirmen zurückzugreifen und sich passende Kandidaten gegen Gebühr zuschicken zu lassen.

Grund 2: Was billig ist, das kann nicht gut sein

Im Falle einer Vermittlung kassieren Personalvermittler eine Provision, die bei ca. 25-30% eines Jahresgehaltes ihres Kandidaten liegt. Das ist ein stattlicher Betrag und bei einem solchen Preis schaut man bei den Bewerbern wohl etwas genauer hin.

Mir ist das aufgefallen, als ich von einer Firma eine Absage bekam, bei der ich mich online beworben hatte. Nach gewisser Zeit kam das übliche Blabla zurück: „…leider passt ihr Profil nicht…haben uns für einen anderen Kandidaten entschieden…etc.“. Jetzt kommt aber der Hammer!

Kurze Zeit später ruft mich eine Zeitarbeit an und sagt, ich solle doch bitte zu genau dieser Firma zum Vorstellungsgespräch. Das wiederum lief so gut, dass ich die Stelle fast schon bekommen hätte, wenn nicht ein paar Tage darauf die Finanzkrise ausgebrochen wäre.

Was soll man da noch sagen? Die Firma hätte mich kostenlos haben können,  schickt mir aber lieber eine Absage, nur um dann kurz darauf fast eine fünfstellige Summe als Vermittlungsgebühr für meine Dienste auszugeben.

Ähnliche Erfahrungen haben auch Freunde von mir gemacht. Sie haben sich über Monate oder Jahre auf Anzeigen beworben und wurden nicht einmal eingeladen. Als sie einen Headhunter einschalteten und diesem sagten, er solle sie bitte „hier und dort“ disponieren, da regnete es förmlich Vorstellungsgespräche.

Offenbar ist es so, dass Firmen Kandidaten anders beurteilen, wenn sie von einer Personalfirma vermittelt werden. Da sie viel Geld kosten, scheinen sie eine andere Aura zu haben als die Leute, die sich auf dem üblichen Weg bewerben.

Fazit

Schalten Sie bei der Jobsuche so viele Zeitarbeitsfirmen, Personalvermittler und Headhunter wie möglich ein und Sie werden Zugang zu wesentlich mehr Stellenangeboten haben, als Ihnen Zeitung oder Internet je anbieten könnten.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

5 Gedanken zu „Der Vorteil von Zeitarbeit und Headhuntern“

  1. Der Markt solcher Vermittler floriert dermaßen, dass es schon fast keine
    Möglichkeit gibt, sich normal zu Bewerben.
    Wer aber ein bisschen Grips hat und sich einigermaßen gut verkaufen kann,
    sucht sich Online-Jobbörsen, welche die Möglichkeit bieten Arbeitsvermittler
    und Zeitarbeitsfirmen zu filtern. Sogar die Jobbörse der Arbeitsagentur hat diese
    zusätzliche Suchfunktion. Seit nicht so schwach und lasst euch verkaufen!

    Nebenbei.. gebt mal bei Google-maps den Begriff Zeitarbeit ein und ihr werdet
    staunen! Einige Ergebnisse werden ausgelassen und trotzdem bekomme ich über
    19 tausend Anzeigen!! Was soll man dazu noch sagen? Jobwunder Deutschland 😉

    Es wird Zeit, dass in der Politik etwas dagegen unternommen wird!!!
    ..ps wenn keiner die zu niedrig bezahlten Jobs annehmen will, macht man die Grenzen zu unseren Nachbarländern auf und besetzt die Jobs mit ärmeren Menschen,
    welche es noch nötiger haben wie du und ich. So einfach geht das!

    Glaubt nicht alles was euch Zeitarbeitsfirmen und Headhunter erzählen!
    Fakt ist, die leben von den Leistungen, welche ihr erbracht habt. Jeder der diese Firmen in den Himmel lobt, arbeitet höchstwahrscheinlich selbst in dieser Branche, wie der Kandidat über mir.. oder Herr Josef Stohwasser?? google weiß alles! 😉

    1. Hallo Herr Erber,

      bitte urteilen Sie nicht voreilig und beschuldigen Herrn Stohwasser oder mich mit der „Industrie“ zu kooperieren. Wir sind einfach zwei Leute, die unsere Erlebnisse geteilt haben. D.h. ich habe es selbst zu spüren bekommen wie es ist, wenn ich arbeite und andere Leute kassieren dafür die Kohle.

      Leider ist es jedoch so, dass ich die Realität nicht davon abhalten kann real zu sein. Und die Realität ist: Viele Firmen schreiben Stellen NICHT mehr aus, sondern sie greifen exklusiv auf Vermittler zurück. Ihr Urteil ist daher nicht richtig. Es ist nicht „clever“ sich nur auf Jobbörsen zu verlassen, wo es keine Jobs von Zeitarbeiten gibt, denn Ihnen entgehen dadurch mindestens 50%-75% der tatsächlich existierenden Stellen – Ich mache die Regeln nicht, ich spiele nur nach ihnen. Und wenn Sie arbeitslos sind und keinen Job finden, dann versichere ich Ihnen, dass Ihre Chancen beträchtlich steigen, wenn Sie auch über die Schiene Zeitarbeit / Jobvermittlung setzten. Zahlreiche meiner Bekannten haben so nach dem Studium ihren Berufseinstieg geschafft. Man beißt also in eine üble Kröte für 1-2 Jahre aber durch die Berufserfahrung erhöht man seinen Marktwert mehr, als wenn man gar nichts arbeitet.

      Was die Headhunter angeht empfehle ich diese Leuten, die bereits einen Job haben und die einen Sprung beim Gehalt oder in der Hierarchie machen wollen. Auch hier habe ich (und mehrere Freunde von mir) die Erfahrung gemacht, dass man mehr ernst genommen wird, wenn die Bewerbung irgendwo ankommt. Wenn ich mich einfach so bewerbe, dann weiß die Firma, dass ich auf der Suche bin. Dann wissen sie, dass irgendwas nicht passt und sind misstrauischer. Wenn jedoch der Headhunter jemanden vorschlägt, der es eigentlich gar nicht „nötig“ hat zu wechseln, dann sind es meist die Firmen, die dem Bewerber die Füße küssen.

      Ich versichere Ihnen, ich will nicht die „Industrie“ hochjubeln und die Abzocke an den kleinen Leuten fördern – die zweifellos getrieben wird in manchen Bereichen. Es sind einfach meine Erfahrungen und die von Bekannten / Freunden und daran kann man leider nichts ändern – es sei denn man ist zufällig Kanzler oder Arbeitsminister…

    2. Hallo Herr Erber,

      1) Ich verstehe nicht was google über mich ausspuckt was auch nur entfernt mit Headhunter zu tun hat… Ich habe ein Buch geschrieben über Fitness (nicht über Headhunter), ich habe einen Blog der sich mit Sport und ein paar persönlichen Erlebnissen beschäftigt (kein Wort über Headhunter) und ich finde mein XING Profil, weder meine aktuelle Stelle noch eine meiner vergangenen hat auch nur entfernt etwas mit Headhunter zu tun… Habe ich gar einen Doppelgänger? Benutzen Sie ein anderes google?? Bitte, zeigen Sie mir auf, wo ich auch nur ansatzweise etwas mit Headhuntern zu tun habe (außer Sie zu Jobsuche eingesetzt zu haben)

      2) Ich kann Ihren Zusammenhang zwischen Zeitarbeitsfirmen und Headhuntern nicht nachvollziehen. Eine Zeitarbeitsfirma „verleiht“ Menschen an andere Firmen, diese werden manchmal übernommen, manchmal nicht… Ein HEadhunter vermittelt. Er sortiert für Firmen Kandidaten aus, ist also soetwas wie eine outgesourcete Personalsuche. Warum nicht? Ich sehe das als Geschäft, bei dem alle gewinnen: Ich bekomme einen Job, der Headhunter seine Provision und das Unternehmen einen qualifizierten Mitarbeiter und spart sich Personalkosten, da er keine große Personalabteilung aufbauen muss. Gerade im hochqualfizierten Bereich werden HEadhunter oft eingesetzt, da diese über ein gutes NEtzwerk verfügen (müssen) und so auch vom grauen Arbeitsmarkt (Menschen, die sich nicht aktiv bewerben, aber einem Jobwechsel durchaus zugeneigt sind) Kenntniss haben.

      3) Klar kann man auch bei Stellenbörsen im Internet fündig werden. Aber: Diese Jobs werden meist schon an interne Bewerber vergeben oder an Headhunter. Die Reihenfolge ist doch so: 1. Vergabe von Jobs an Bekannte 2. Vergabe von Jobs an Interne 3. Vergabe über Headhunter 4. Stellenbörsen im Internet und 5. Arbeitsamt. Je weiter hinten in der Reihe, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Jobangebot einen Haken hat, schlecht bezahlt ist, etc Warum also nicht die eigenen Chancen auf eine gut bezahlte Stelle erhöhen, in dem man möglichst vorne in der Kette einsteigt? Wer natürlich die Chance hat, über persönliche Beziehungen oder interne Stellenausschreibungen sich zu bewerben, sollte diese nutzen!!!

      Meine Bilanz sieht jedenfalls so aus in den letzten 1,5 Jahren:

      etwa 30 Bewerbungen: 27 direkt an Firmen, 3 über Headhunter. Ergebnis Firmen: 2 Vorstellungsgespräche, kein Vertragsangebot. Ergebnis Headhunter: Vertragsangebot!! Bei allen dreien. Also warum sollte ich überhaupt noch in Erwägung ziehen, Firmen selbst anzuschreiben?

      Anderes Beispiel: Ein Bekannter von mir hat sein Gehalt innerhalb von 4 Jahren um 60% gesteigert. Selbe Verantwortung, selbe Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, Reisetätigkeit, Tätigkeit). Er hat sich NIE beworben, die HEadhunter kamen auf ihn zu! Also, warum selbst bewerben?

      Bitte erklären Sie, welche Vorteile es haben soll?

      Beste Grüße

      Josef Stohwasser

      (der noch nie als Headhunter gearbeitet hat)

  2. Im Rahmen meines Studiums schreibe ich gerade eine Arbeit über die heutige Personalgewinnung. Daher setze ich ich mich auch mit dem Thema Headhunting auseinander. Auf http://www.headhunter-light.de/headhunter-sind-social-media-spione/ fand ich ebenfalls einen interessanten Kurzartikel zu den Vorteilen von Headhuntern. Ich persönlich frage mich, warum Unternehmen es nicht schaffen, ohne fremde Hilfe, Fachkräfte zu gewinnen. Das Recherchieren von Kandidaten bei Xing etc. kann ja so schwer nicht sein oder?!

    1. Hallo Andreas,

      gute Frage, die Sie da stellen. Herr Stohwasser in den Kommentaren hat auch schon ein paar Antworten gegeben. Man nimmt Leute vom Headhunter irgendwie mehr ernst, denn vermutlich denken die Leute, dass der HH sie auf Herz und Nieren prüft. Ob das dann stimmt, das ist die andere Frage.

      Es gibt einfach Jobs, die schwer zu besetzen sind: Informatiker und Elektro-Ingenieure usw. Und ein Headhunter (im klassischen Sinn) soll ja eigentlich Leute ausfindig machen, die nicht geplant hatten zu wechseln. Das können Firmen nunmal nicht leisten und daher greifen sie zum HH.

      Ein anderer Grund ist, dass Personalsuche aufwendig ist. Anstatt sich als Mitterlständler eine Personalabteilung zu leisten ist es manchmal einfach billiger zum Personalberater zu greifen – trotz der hohen Gebühren.

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