Die Suche nach der Geldkuh – neues Projekt gestartet

Auch wenn Nischenseiten nicht so mein Ding sind, ich habe den Entschluss gefasst es ebenfalls mit einer zu probieren. Ich erhoffe mir keine großen Gewinne, es sind mehr die Lerneffekte, auf die ich scharf bin. Seit einigen Wochen ist das Ergebnis online. Es handelt sich um eine Seite über Licht-Mikroskope.

Google Anzeigen:

 

Meine Strategie für den Seitenaufbau

Ich beobachte immer die Nischenseiten-Challenge bei Selbständig im Netz, und ich finde die üblichen Nischenseiten richtig lahm und absolut unnütz. Der Aufbau erfolgt meistens nach dem Schema F und heraus kommen Projekte, die so sinnlos sind, wie eine Nase am Ellenbogen.

Amazon Anzeigen:

Man fängt an, indem man sich ein Produkt sucht, zu dem es noch nicht so viele starkte Seiten im Web gibt. Zum Beispiel: Solar-Modellflugzeuge, Kinderfahrräder, Bohrmaschinen, Handsägen – lauter solches Zeug. Danach erstellt man eine Domain mit dem „aussagekräftigen“ Namen:

www.fantasieprodukt-test.de

www.fantasieprodukt-vergleich.de

Man schreibt 10 mehr oder weniger sinnvolle Blog-Artikel zum Thema „Mistprodukt“, damit Google weiß, worum es auf der Seite geht. Die Artikel beinhalten so wertvolle Tipps wie: Worauf man beim Kauf eines „Fantasieproduktes“ achten sollte. Die Geschichte des „Fantasieproduktes“ usw.

Alle Seiten und Artikel werden dann mit Amazon-Partnerlinks zugeschissen, zudem kommt noch eine Seite, wo die 10-Top-Seller unter der „Fantasieprodukten“ verglichen werden, natürlich ebenfalls mit Affiliate-Links. Hinzu kommen Adsense-Werbung und die sonstigen, üblichen Maßnahmen – fertig ist die Nischenseite.

 

Kritik an Nischenseiten – 1. Ahnungslosigkeit über das Produkt

Was mich an diesen Seiten so unendlich nervt ist, dass die Leute, die sie betreiben, meist nicht ansatzweise irgendeine Ahnung über die Produkte haben, die sie anpreisen. Soll mir doch keiner erzählen, dass der Betreiber von SAUGROBOTER-TEST.DE sich 10 Saugroboter zu je ca. 300-600 Euro bestellt hat und sie dann alle getestet hat. Nein, er hat einfach aus den Kritiken in Amazon die wichtigsten Fakten zu jedem Produkt herauskopiert und sie so umformuliert, dass es keinen Ärger wegen dem Urheberrecht gibt. Sie empfehlen irgendeinen Mist und wissen selber gar nicht, was sie erzählen. Denn es ist ja nicht neu, dass bei Amazon viele gekaufte Beurteilungen geschrieben werden und diese Leute verbreiten sie ungefiltert weiter.

Diese Schande wollte ich vermeiden, indem ich meine Seite nicht um ein Produkt herum baue. Ich empfehle niemandem irgendein Mikroskop, sondern ich vermittle Wissen. Wissen rund um Mikroskope, über die Geschichte der Mikroskopie, den Aufbau von Mikroskopen und über Linsen und Linsenfehler im Allgemeinen.

Lichtmikroskop
Lichtmikroskop – das Logo meiner Webseite www.light-microscope.net

 

Kritik an Nischenseiten – 2. Pflegeaufwand

Viele Nischenseiten werden um Produkte herum gebaut. Das Problem ist, dass diese relativ schnell veralten. Jedes Jahr, jeden Monat kommen neue Saugroboter oder Poolheizungen heraus. Wenn man seinen Lesern Qualität bieten möchte, dann muss man die Seiten eigentlich aktualisieren. Zum Beispiel die Liste der Top-10 Produkte auffrischen u.ä.

Eine hochwertige Produkt-Nischenseite müsste ständig überarbeitet werden. Diese Arbeit wollte ich mir ersparen. Daher habe ich ein Thema genommen, das Wissen vermitteln soll , welches zeitlos ist! Des Weiteren werde ich auf Amazon-Links verzichten und auch keine Produkte vergleichen, da ich zugegebenermaßen seit der 9. Klasse kein Licht-Mikroskop in der Hand hatte. Auf meinen Seiten wird es nur Adsense-Blöcke geben. Diese aktualisieren sich von selbst und benötigen Null Aufwand.

 

Die Zukunft von Schema-F-Nischenseiten

Ich habe mir einige solcher Nischenseiten angesehen und ich denke irgendwann kommt die Zeit, wo Google ihnen das Wasser abgraben wird. Die oben genannten Gründe sprechen dafür. Nischenseiten um Produkte bieten meist keinen Mehrwert in ihrem Content, sind oft von Leuten geschrieben, die die Produkte nicht kennen und sind manchmal schlichtweg veraltet. Es wäre an der Zeit sie in den Suchmaschinen abzustrafen.

 

Meine Strategie bei light-microscope.net

Ich gebe zu, mein Projekt ist ein Nachahmerprodukt. Es gibt im deutschen Web bereits einige hervorragende Seiten. Mein Ziel ist nicht in einen Verdrängungswettbewerb mit diesen Seiten einzutreten. Es ist eher so, dass ich gerne in den Top 10 oder Top 5 der Trefferliste einen Platz einnehmen möchte. Auch das würde schon ein wenig Traffic bringen.

Mein wichtigeres Ziel ist es die Seite international aufzustellen. Ich habe ein deutsches Grundgerüst gebaut, von dem ich sehen möchte, dass es sich in Google gut platzieren kann. Wenn ich merke, dass was rüberkommt, dann weiß ich, dass es auch in anderen Sprachen Sinn machen könnte. So erklärt sich auch der englische Titel meiner Seite:

light-microscope.net

Generell ist das ein Thema, was von den vielen Nischenseitenbetreibern in Deutschland ignoriert wird. Meist vermutlich aufgrund von mangelnden Englischkenntnissen. Aber wenn es mir gelingt der Seite in mehreren Sprachen eine ordentliche Platzierung zu verschaffen, dann lohnt sich die Arbeit schon.

Das ist also mein großes Vorhaben. Eine Nischenseite um ein Thema herum zu erstellen, welches dann auch in andere Sprachen übertragen werden kann. Dann hat man den Aufwand der Recherche und des Seitenaufbaus nur einmal und muss nur noch übersetzen.

Ich werde berichten, wie es gelaufen ist 🙂

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

6 Gedanken zu „Die Suche nach der Geldkuh – neues Projekt gestartet“

  1. Hallo Peter,
    ich muss Deiner Kritik zu Nischenseiten überwiegend zustimmen. Es stimmt wirklich, dass die wenigsten einen Mehrwert für den Besucher bieten.
    Dennoch stechen auch immer wieder welche aus der breiten Masse heraus. Und die Betreiber schaffen es dann auch zurecht, davon leben zu können. Genau bei diesen Projekten vergleiche ich die Produkte auch gerne. Vorausgesetzt, ich merke, dass sich der Betreiber auch sinnvolle Gedanken gemacht hat.

    Auf Dein Projekt bin ich jetzt gespannt. Deshalb, weil ich nur wenige kenne, die mit ihrer Website Geld verdienen, welche ausschließlich/ überwiegend Wissen vermittelt. Einen kennst Du ja sicherlich auch – Martin Missfeldt, Dein größter Konkurrent und anscheinend Vorbild 😉
    Was Du Dir aber vorgenommen hast, finde ich als Projekt wirklich interessant. Man kann viel daraus lernen. Also halte uns auf dem Laufenden!

    Viele Grüße
    Stefan

  2. Ja, klar kenne ich Martin und ja, er war Vorbild und nein, ich sehe ihn nicht als Konkurrent. Einfach schon aus dem Grund, weil seine Seite sowas von SEO-gepimpt ist durch sein eigenes Nischenseitennetzwerk, dass es völlig utopisch ist davon zu träumen dort vorbeizuziehen. Gut wäre jedoch Platz 2-5, auch dort springt bestimmt noch etwas heraus – im deutschsprachigen Raum.

    Allerdings habe ich den kleinen Vorteil, dass ich Doppelsprachler bin und ich habe gesehen, dass in Ungarn in dem Bereich weniger los. Dort hoffe ich darauf, dass ich besser ranken werde und meine Einnahmen erhoffe ich mir eigentlich eher von dort. Allerdings ist Ungarn etwas kleiner, daher wird es nicht so viel sein. Ich wäre mit einer Nischenseite von 30-40 EUR Einnahmen pro Monat schon völlig zufrieden.

    Wenn ich diesen Status hätte und merke: „Ja, ich kriege das hin.“ – dann würde ich eine nach der anderen aufziehen.

    Im Moment ist aber so gut wie nichts los, auch keine Einnahmen. Google braucht für jede Änderung ewig, bis er sie registriert und das Ranking dümpelt so vor sich hin.

  3. Ich habe auch ein paar kleine Nischenseiten und stimme dir zu, da draußen ist extrem viel Schrott unterwegs. Ich mache generell Themen mit denen ich persönlich auch etwas anfangen kann. Also a) entweder weil ich es selber benötige bzw. anschaffen will/muss oder b) weil es mich interessiert. Suchvolumen, Anzahl der Suchergebnisse oder Konkurrenten interessieren da (erstmal) nur beiläufig.
    In beiden Fällen komme ich also nicht drumrum, mich in die Themen einzuarbeiten.

    Was ich auch nicht ab kann, sind Domains die auf -test.de enden. Hier werden dem Nutzer einfach falsche Tatsachen vorgegaukelt. Ja, auch ich fasse die Bewertungen eines Produktes zu einem Text zusammen. Dabei werden aber die Schwächen der Sachen nicht unter den Tisch gekehrt und so ein Artikel heißt dann auch nicht Test sondern Produktvorstellung oder ähnlich.
    Grundsätzlich mache ich sowieso ein Video wenn ich wirklich Dinge zu Hause habe – und diesen Bericht dazu erlaube ich mir dann auch Test zu nennen.

    Das Problem mit dem momentanen Hype um die Nischenseiten ist aber, dass jeder meint Unsummen mit wenig Arbeit verdienen zu können.
    Auch wenn der Vergleich hinkt: wenn ich keine Ahnung vom Gleitschirmfliegen habe, informiere ich mich vorher. Viele haben einfach Null Ahnung und können in ihrem WordPress-Standard-Theme nicht den kleinsten Futzel einstellen.

    Da wäre ich auch schon beim nächsten Thema: Ich würde mal behaupten, dass mindestens 90% aller Nischenseiten auf dem gleichen Theme basieren und quasi gleich aussehen. Klar, bei fünfzig Tilliarden Seiten im Netz, fällt das nicht so schnell auf – aber ich denke das Google irgendwann erkennt, was hier fix zusammengeschustert wurde und was nicht.

    Da hätte ich ja fast einen eigenen Beitrag schreiben können…

    1. Völlig richtig. Ein gewisses Grundinteresse sollte da sein und eben auch Ahnung. Und wenn nicht, dann muss man sie sich anlesen könnne, was bei komplizierten Produkten meist gar nicht geht. Ich kann mir keine Kenntnisse über Saugroboter einfach nur anlesen. Wenn ich Verkäufer bei Media-Markt bin, dann vielleicht. Aber sonst eher schwer.

      Viele beachten zudem nicht, dass zahlreiche Nischenseiten auch nur deswegen so gut ranken, weil der Betreiber viele Projekte hat. Mit denen setzt er sich dann selber Backlinks und pusht sich in den Trefferlisten hoch. D.h. wenn ich eine Nischenseite zu „Kreditkarten“ aufziehe, dann wird die nicht so ranken, wie bei einem, der schon 10 Seiten hat und haargenau die gleiche aufzieht. Ich würde immer hinter ihm landen. Daher sind die Erwartungen der Leute meist drastisch überhöht.

      Schnelles Geld mit Nischenseiten, das geht schwer. Vor allem geht das auch deswegen schwer, weil man Monat braucht, um sich in den Trefferlisten vor zu arbeiten.

  4. Ich muss dir in vielen Punkten zustimmen, aber ich glaube Nischenseiten könnten auch richtig gut sein. Deine Beispiele sind es halt nicht unbedingt. Der Wissens Ansatz ist ganz gut aber ob deine Inhalte so spannend sind möchte ich auch bezweifeln. Grundsätzlich ist es natürlich einfacher für Info-Keywords zu ranken als für Money Keywords. Glaub am besten ist es eine gute Mischung auf der Website zu finden.

    Hast gesehen, gibt auf kinderfahrrad-test.de auch Feedback auf dein Artikel 😀

    1. Ach du heilige scheiße, das ist mir jetzt total oberpeinlich. Ich habe diese Seiten wie „kinderfahrrad-test“ nur so als Beispiel genommen, ohne darüber nachzudenken, ob es da jemanden gibt der diese Seite tatsächlich betreibt. Das war nur ein Wort, das mir gerade eingefallen ist.

      Ich werde das in meinem Artikel nachträglich ändern, nicht dass ich jemanden da verunglimpfe. Bist Du der Betreiber?
      Weil wenn ja, tut mir unendlich leid!

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