Geld im Web – Geld mit bezahlten Artikeln und die Risiken

Als Controller habe ich eine Gewohnheit entwickelt, die mich vom Durchschnittsmenschen unterscheidet. Wenn ich Zahlen sehe, dann drehe ich mich nicht genervt ab und lasse die Dinge gut sein, sondern ich fange mit Begeisterung das Rechnen an.

Google Anzeigen:

Welche Erkenntnisse ich dadurch über die Einnahmen von manchen „Geld-im-Web“-Blogs gesammelt habe lesen Sie hier.

Korrupte Blogger

Es gibt zahlreiche Firmen, bei denen man sich als Blogger um Schreibaufträge bewerben kann. Geld gibt es, wenn man (wohlwollende) Artikel zu einem ausgesuchten Produkt oder einem Thema schreibt. Die Konsequenz daraus ist, dass ich immer mehr solcher Artikel finde wie:

„Geld verdienen im Web ist mit diesen 10 Methoden so einfach.“

„Mit dieser Software bauen sie den optimalen Onlineshop“

usw.

Sieht man sich die Seite des Autors an, dann findet man weder einen Online-Shop, noch findet man die Verdienstmethoden umgesetzt, von denen der Blogautor schwärmt.

Wie passt das zusammen?

Wenn Geld verdienen so leicht ist, wieso macht er es dann nichts selber?

Ganz einfach, der Blogger hat nur Mist verzapft und das Geld eingesteckt für den Artikel. Von der Materie hat er in Wirklichkeit keine Ahnung.

Gibt man Passagen aus dem Text in Google ein, dann sieht man, dass im gleichen Zeitraum in vielen Blogs ähnliche Artikel erschienen sind. Daran ist klar zu erkennen, dass es sich um eine Marketingkampagne einer Firma handelt. Und diese hat sich dafür entschieden die Blogosphäre als PR-Kanal zu verwenden.

Daran ist ja auch nichts Verwerfliches so lange der Leser das weiß. Wird er darüber jedoch nicht informiert, dann hat es den gleichen Beigeschmack wie Schleichwerbung.

Welche langfristige Auswirkung das auf den Ruf des Bloggers hat, das kann man sich recht einfach ausmalen.

Mit den Paid-Link-Partnerprogrammen verdienen

Eine weitere Merkwürdigkeit habe ich in einem Blog gefunden, bei dem der Autor nur 2 Artikel geschrieben hatte in einem Monat:

  • eine vermutlich gefakte Produktempfehlung
  • die Veröffentlichung seiner Blogeinnahmen

In letzterer wies er Einnahmen von mehreren Hundert Euros von Paid-Link-Anbietern aus. Das ist aber immens viel Geld dafür, dass er nur einen Artikel in dem Monat herausgebracht hat?

Dann hat es aber geklingelt. Das Geld kommt aus den Partnerprogrammen der Paid-Links-Anbieter. Die Blogger erhalten Geld dafür, dass sie andere Blogger dazu verleiten sich um bezahlte Artikel zu bewerben. An deren Einnahmen verdienen sie dann bis zu einem Jahr mit.

So läuft das also. Erst baut man einen Blog auf, mit dem man sich für bezahlte Artikel qualifiziert. Dann fängt man an für Geld zu bloggen und verleitet möglichst viele andere Menschen dazu dies auch zu tun.

Ab dann ist Geld verdienen im Web tatsächlich ganz leicht. Wenn man mit nur 1-2 langweiligen Artikeln pro Monat mehrere Hundert Euro machen kann, dann ist das nicht schlecht. Leider muss man für diesen Status erstmal einen Blog aufbauen, der ernsthaften Content enthält und das dauert Jahre.

So ein Mist, und wieder nix mit dem ganz schnellen Geld aus dem Internetland….

Anmerkung

Ich habe keinen Bock auf Web-Mobbing und nenne hier keine Namen und keine Anbieter. Wer aber mal nach „bezahlte Artikel“ o.ä. sucht, der wird sicher schnell fündig.

Und wer dann noch ein paar Blogs durchforstet nach obigen Gesichtspunkten, der wird sicher ganz schnell merken wovon ich sprechen.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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