Serie: Selbständig machen ohne Kapital – Teil 2

Hier geht es weiter mit meiner Serie für Existenzgründer. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Geschäft aufbauen – ohne viel Kapital dafür einzusetzen.

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4. Testen Sie Ihr Marktpotenzial mit einem „Fake-Geschäft“

Sie sitzen gerade auf der Couch und zerbrechen sich den Kopf darüber, ob Sie kündigen sollten? Sie sind überzeugt von Ihrer Geschäftsidee, wären sich aber gerne vorher sicher, ob Ihre Firma Erfolg haben wird? Das können Sie problemlos herausfinden.

Wenn Sie wissen wollen, wie die Welt auf Ihr Angebot reagieren wird, dann probieren Sie es doch mit einem „Fake-Geschäft“. Erstellen Sie eine getürkte Webseite, mit der Sie so tun, als würden Sie das Geschäft schon betreiben. Führen Sie alle geplante Leistungen auf, hinterlegen Sie eine echte Telefonnummer und eine echte Emailadresse. Betreiben Sie ein wenig Web-Optimierung und SEO. Legen Sie sich einen Account bei Xing und LinkedIn an, netzwerken Sie wo es nur geht und warten Sie ab, ob sich jemand bei Ihnen meldet.

Wenn Ihr Postfach am explodieren und Ihr Anrufbeantworter stets voll ist, dann sind das gute Zeichen. Wenn Sie die Leistung noch nicht erbringen können, dann sagen Sie den Interessenten, dass Sie gerade so ausgebucht sind, dass Sie keine zusätzlichen Aufträge mehr annehmen können. Alternativ können Sie auch zusagen und den Absprung wagen.

Wenn sich jedoch 3-6 Monate lang gar nichts tut, dann wissen Sie, dass Ihr Angebot nicht zu denen gehört, auf das die Welt schon ewig gewartet hat. Zudem können Sie damit rechnen, dass es sehr lange dauern wird bis Ihr Umsatz zum Leben reicht.

5. So viel Arbeit wie möglich auslagern

Was kostet eine Kinokarte? 10 Euro? Falsch, viel mehr. Wenn ich in den 2 Stunden anstatt Filmschauen arbeiten gehen würde, dann könnte ich 30 Euro verdienen (nur ein Beispiel). Das nennt man „Opportunitätskosten“. Wenn man diese mit einkalkuliert, dann kostet mich das Kino nicht 10 Euro, sondern es kostet mich 40 Euro. Das ist so, weil mir 30 Euro Gewinn entgehen und weil ich 10 Euro Eintrittsgeld bezahlen muss.

Immer wieder lese ich in Blogs, wie sich die Leute freuen über die 1.500 Euro Einnahmen pro Monat, die Ihr Webshop abgeworfen hat. Für so einen Betrag würde ich nicht mal einen Finger krumm machen. Nach Steuern und Abgaben bleiben davon nicht mehr als nur Peanuts.

Schlimmer ist jedoch, dass die Betreiber stundenweise Arbeit reinstecken aber die Opportunitätskosten nicht bedenken. Sie machen neben dem Verkauf noch die Buchhaltung, verpacken die Waren, kümmern sich um tausend unsinnige Dinge – beziehen das aber alles nicht in die Rechnung ein.

Seinen Sie cleverer und rechnen Sie daher einfach mal nach:

  • Was kann ich mit meinem Unternehmen verdienen?
  • Wie viel Zeit brauche ich um das Geschäft betreiben zu können?
  • Wie viel könnte ich verdienen, wenn ich etwas anderes mache?
  • Wenn ich Tätigkeiten auslagere und in der frei gewordenen Zeit einer Anstellung nachgehe, wäre ich dann besser dran?

Entscheiden Sie dann noch mal was besser ist:

  • 500 Euro nebenbei als Selbständiger, plus 2000 Euro als Angestellter mit 45 Stunden pro Woche oder…
  • 1500 Euro als Selbständiger mit 60 Stunden pro Woche

Ihre Gesundheit ist das wichtigste Gut und je weniger Stress Sie sich antun, umso länger können Sie die schönen Früchte Ihrer Arbeit genießen.

6. Sinnloses und sinnvolles Marketing

Was machen wir mit Internetwerbung? Wir klicken sie sofort weg oder lassen sie von vornherein durch Ad-Blocker sperren.

Was machen wir mit teueren Flyern, die uns jemand in die Hand drückt? Wir nehmen sie höflich an, zerreißen sie ungelesen und werfen sie in die Tonne.

Sehen wir die Werbeplakate an den Wänden? Kaum, denn man blendet sie so gut es geht aus.

Jetzt die große Frage: Wie sinnvoll ist es Geld für Werbung im Internet, für Flyer oder für Werbeplakate auszugeben?

Ich möchte hier keine generellen Aussagen machen, welche Werbung sich lohnt, denn sonst würden nicht so viele Firmen Milliarden dafür ausgeben. Dennoch habe ich festgestellt, dass Flyer und Plakate mir nur minimale Erfolge gebracht haben, die Herstellung und Verbreitung war aber aufwändig und teuer.

Denken Sie nach. Wie finden Sie einen Dienstleister, wenn Sie etwas brauchen? Sie gehen ins Internet und geben Suchbegriffe ein: „Klempner Köln“, „Schreiner in Nürnberg“ oder „Flughäfen in Bayern“. Oder Sie suchen in Xing einen Anbieter, der das kann, was sie benötigen. Eine Webpräsenz und die Mitgliedschaft in einem Netwerk sind also unerlässlich und sie kosten nicht allzu viel Geld.

Wenn Sie wenig Kapital haben, dann halten Sie Ihre Marketingausgaben so gering wie möglich. Mit einer guten Webseite kann Sie immerhin jeder in Deutschland finden, der Ihr Angebot benötigt.

Andererseits ist es möglich, dass ein einziger, gewonnener Auftrag die Kosten einer Plakatierungskampagne mehr als überkompensieren kann. Da hilft nur „Lernen durch Versuch und Irrtum“. Hängen Sie Plakate auf, und schauen Sie wie die Resonanz ist. Ist sie gut, dann machen Sie weiter damit. Ist Sie schlecht, dann lassen Sie es bleiben und probieren Sie es mit einer anderen Maßnahme.

Die wichtigste Regel lautet: Probieren Sie immer die billigsten Maßnahme zuerst aus. Je besser Ihr Geschäft mit der Zeit läuft, umso mehr können Sie in weiteres Marketing investieren.

Hier geht es zu Teil 1 der Serie

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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