Bankautomat hat die Karte eingezogen – was tun?

Der Alptraum eines jeden Bankkunden: der Automat zieht Ihre Karte ein und Sie sind plötzlich von jeglicher Versorgung mit Bargeld abgeschnitten. Hier lesen Sie, was Sie tun müssen, damit Sie Ihre Karte wiederbekommen, damit Sie an Bargeld gelangen und wie Sie sicherstellen, dass niemand Ihre EC oder Kreditkarte missbrauchen kann.

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Ihre Karte ist weg – das können Sie tun

Handelt es sich um den Geldautomaten einer Filiale, die gerade noch offen hat, dann sollten Sie sich direkt am Schalter melden. Unter Umständen ist es den Mitarbeitern möglich sofort zu helfen und die Karte wieder für Sie aus dem Gerät zu holen. Dann erhalten Sie sie im besten Fall innerhalb weniger Minuten wieder. Natürlich müssen Sie sich hierfür ausweisen, denn der Mitarbeiter muss kontrollieren, ob Sie und die Karte wirklich zusammengehören. Es kann auch passieren, dass der Automat nur zu bestimmten Uhrzeiten geöffnet werden kann, so dass Sie bis zum nächsten Bankarbeitstag warten müssen. Auch das wäre noch der günstigere Fall.

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Ist die Filiale bereits geschlossen, dann können Sie bis zum nächsten Morgen warten und direkt bei Eröffnung vorbeigehen – sofern es Ihre Zeit erlaubt. Wenn Sie keine Zeit haben, dann ist es sinnvoll so bald wie möglich dort anzurufen. Dann kann es noch sein, dass die Mitarbeiter die Karte schnell herausholen und sie für Sie zur Abholung hinterlegen. So können sie sie dann im Laufe des Tages mitnehmen. Die Telefonnummer der Niederlassung finden Sie ganz leicht im Internet heraus. Oft steht sie auch direkt auf einem Infoblatt am Automaten, oder in dessen Nähe ausgeschrieben.

Wenn Sie sich nicht schnell genug melden, dann wird Ihre Karte sehr wahrscheinlich von der Transportfirma mitgenommen, die den Automaten entleert. Diese wird sie dann erstmal an die Zentrale der ausgebenden Bank (bei der Sie Kunde sind) schicken. Dann wird Ihre Hausbank sie an Sie weiterleiten. Solche Vorfälle können sich über mehrere Tage hinziehen. Mit 6-8 Werktagen sollte man dann schon rechnen. Gleiches gilt für den Fall, dass Sie sich nicht melden. Dieser Prozess läuft automatisch.

Auch wichtig: mit einer schnellen Rückgabe können Sie nur rechnen, wenn der Automat Ihre Karte aufgrund eines technischen Defektes eingezogen hat. Also nur, wenn die Ursachen nicht in Ihrem Verschulden liegen. Sollte die Karte jedoch von anderen Wegen her gesperrt sein, weil zum Beispiel das betroffene Konto über Limit überzogen wurde, dann darf die Bank die Karte nicht mehr aushändigen. Dann ist der Einzug begründet und sie wird per Post versendet, an die Zentrale der ausgebenden Bank. Auch hier werden mehrere Tage vergehen, bis Sie wieder an Ihre Karte kommen.

Sollte die Filiale geschlossen sein, bzw. ist es ein Geldautomat, der nicht mit einer Filiale verbunden ist, dann besteht kaum eine Chance die Karte schnell wiederzuerhalten. Notieren Sie sich auf jeden Fall den Standort und melden Sie sich bei Ihrer Bank. Man muss sich aber auch hier keine großen Sorgen vor Diebstahl oder Missbrauch machen. Bei der nächsten Leerung wird die Karte von den Mitarbeitern der Firma eingesammelt, die sich um die Automaten kümmert. Dieses Unternehmen wird anschließend die Karte an die ausgebende Bank verschicken.

Fazit –  Ihre Karte wurde innerhalb Deutschlands eingezogen

Wenn Ihre Karte innerhalb Deutschlands eingezogen wird, dann brauchen Sie sich keine großen Sorgen zu machen bezüglich Missbrauchs. Sie erhalten entweder Ihre Karte direkt in der Filiale, wo sie eingezogen wurde, oder Ihre Karte wird an die Zentrale Ihrer Bank verschickt und von dort kommt sie per Post zurück. Ungefähr eine Woche Wartezeit sollte man in diesem Fall einplanen. Natürlich gibt es aber auch Banken, bei denen Service für fremde Kunden nicht so groß geschrieben wird. Dann kann es auch länger dauern.

 

So kommen Sie auch ohne Ihre Karte an Bargeld

Für Kunden von Banken mit Filialnetz ist das alles meist kein Problem. Sie haben auch die Möglichkeit in den Niederlassungen Bargeld von ihrem Konto abzuheben. Für Kunden von Direktbanken wird es dagegen schwierig, denn sie kommen nicht mehr so einfach an Bargeld heran. Hier wiederum können Familie oder Freunde aushelfen. Da Ihr Onlinebanking immer noch funktioniert, können sie dem, der für Sie Bargeld holt, den Betrag sofort wieder per Überweisung erstatten.

Eine Sperrung der Karte ist in der Zwischenzeit nicht unbedingt notwendig, kann aber zur Sicherheit erfolgen, so lange Sie auf die Rücksendung warten. Eine neue Karte zu beantragen kann Geld kosten und dauert möglicherweise genauso lange, eventuell noch länger.

Eine andere Alternative ist der Gebrauch der Kreditkarte, wenn die Girokarte eingezogen wurde. Bei den meisten Banken kann man mit der Kreditkarte kostenlos Geld abheben. Oft merken sich Menschen aber den PIN der Kreditkarte nicht, weil sie eh alles mit EC bezahlen. Daher ist es sinnvoll, sich beide PINs zu merken, wenn man sowieso zwei Karten besitzt.

Sollten Ihre Karte im Ausland eingezogen worden oder verlorengegangen sein, dann empfiehlt es sich wiederum doch eine sofortige Sperrung durchzuführen. Wie das geht, erfahren Sie jetzt.

 

So sperren Sie Ihre Kreditkarte oder Girokarte

Es gibt eine deutschlandweit einheitliche Rufnummer für das Sperren von Kreditkarten und Girokarten. Dieser Sperrnotruf ist kostenlos und 24-Stunden am Tag zu erreichen unter der Rufnummer:

116 116

Eine Registrierung seitens der Bankkunden ist nicht erforderlich.

Sperr-Notruf 116 116 - Automat hat die Karte eingezogen
Sperr-Notruf 116 116 – Automat hat die Karte eingezogen

Sollten Sie sich im Ausland aufhalten, dann müssen Sie noch die Landesvorwahl verwenden. Wahrscheinlich fallen auch entsprechende Roaminggebühren an, die immer vom jeweiligen Anbieter abhängig sind:

0049 / 116 116

Falls die Nummer aus dem Ausland nicht erreichbar sein sollte, dann verwenden Sie diese:

0049 / 30 40 50 40 50

In den meisten Ländern werden der Länderkennung von Deutschland – 49 – nur die zwei Nullen vorangestellt. Ausnahmen gibt es leider auch hier. In diesen Ländern müssen Sie so vorwählen:

  • USA / Kanada: 01149
  • Australien: 001149
  • Russland / Weißrussland / Georgien / Kasachstan / Moldau / Tadschikistan / Usbekistan: 81049
  • Singapur (über Netzbetreiber SingTel): 00149

Eine Sperrung über diesen Weg funktioniert jedoch nur, sofern Ihr Anbieter mit dem Notruf zusammenarbeitet. Hier finden Sie eine Liste von den Firmen, die beim Sperrnotruf E.V. mitmachen: LINK ZUR LISTE. Ich habe mir die Liste angesehen und die „großen“ sind dabei, ebenso unzählige Kleinbanken. Sollte Ihr Anbieter nicht dabei sein, kann es sein, dass Sie dennoch weitergleitet werden, nur kann es sein, dass es eine kostenpflichtige Nummer ist.

Damit die Sperrung schnellstmöglich durchgeführt werden kann, sollten Sie folgende Daten Griffbereit haben:

  • Girokarten: Kontonummer sehr wichtig / Bankleitzahl ist hilfreich
  • Kreditkarten: Name der Bank oder Bankleitzahl

Diese Daten werden nicht direkt vom Notruf abgefragt, sondern erst nach der Weiterleitung zu Ihrem Anbieter.

Der Sperrnotruf gilt im Übrigen nicht nur für Bankkarten. Genaugenommen lassen sich viele weitere Medien sperren, bei denen sich elektronisch verwertbare Daten befinden. Die Nummer gilt für folgende Dokumente etc.:

  • Bankkunden- und Maestrokarten
  • Kreditkarten Mobilfunkkarten
  • Handys
  • Mitarbeiterausweise mit elektronischer Zugriffskontrolle
  • digitale Signaturen
  • Krankenkassenkarten
  • Kundenkarten
  • elektronische Signaturen
  • Kundenkarten mit Zahlungsfunktion
  • Online Banking
  • E-Mail-Accounts
  • Remote Access Systeme

Daher sollte man sich diese Nummer sehr gut merken, sie kann in vielen Situationen äußerst wichtig sein.

 

Warum wurde Ihre Karte eingezogen?

Ich hatte es oben schon erwähnt, dass der Einzug der Karte verschiedene Ursachen haben kann. Diese entscheiden darüber, ob Sie die Karte gegebenenfalls direkt wiedererhalten, ob sie den Umweg über Ihre Hausbank gehen wird oder, ob Sie sie überhaupt wiederbekommen. Grundsätzlich gilt laut der Aussage des Bankenverbandes: Automaten ziehen Karten normalerweise nur  ein, wenn sie gesperrt sind.

Abgelaufene Karten: Dieser Fall ist gut vermeidbar, denn die Banken schicken den Kunden meist ein paar Wochen vor Ablauf der Karte eine neue zu. Sobald sie diese einmal verwenden, wird die alte von den Banken gesperrt. Wenn Sie sie dann aber nochmal benutzen, dann wird der Automat sie aufgrund dessen so gut wie sicher einbehalten. Achten Sie daher darauf, dass Sie alte Karten sofort zerstören, wenn die neue da ist.

Falscher PIN: dies ist die häufigste Ursache, warum Automaten Karten einziehen. Man hat meist drei Versuche, um die Nummer einzugeben. Dennoch passiert es sehr vielen, dass sie einen kurzen, gehirntechnischen Aussetzer haben. Wenn man merkt, dass einem die Nummer nicht mehr einfällt, dann sollte man lieber die Transaktion abbrechen, bevor der letzte Versuch unternommen wird. Oder, man lässt sich etwas mehr Zeit, macht eine kurze Pause und lässt das Gehirn rattern. Oft kommt die richtige Kombination wieder ins Gedächtnis. Allerdings Vorsicht! – nicht zu lange warten, denn einige Automaten ziehen Karten ein, wenn man dann doch zu viel Zeit verstreichen lässt.

Automat hat Karte eingezogen
Automat hat Karte eingezogen

Oft denkt man auch, dass man sich nur vertippt hat und beim dritten ist die Karte weg. Erst dann wird einem bewusst, dass man vielleicht die falsche Karte verwendet hat. So ging es mir einmal, als ich Girocard mit Kreditkarte verwechselt habe und dann schon zwei Fehlversuche durchgeführt hatte. Es geht also auch ohne Aussetzer.

Gesperrte Karten: Girokarten und Kreditkarten haben meist ein Wochenlimit, genauso wie der Dispo, der einem von der Hausbank eingeräumt wurde. Hat man diese Limits überzogen, dann verweigert der Geldautomat meist nur die Auszahlung und gibt die Karte wieder aus. Es kann aber auch sein, dass die Bank dann die Karte sperrt, weil sie versucht hat den Betroffenen zu erreichen und dieser ignoriert die Kontaktversuche. Oder er/sie befindet sich im Zahlungsverzug. Dann erhält man die Karte eher nicht mehr zurück.

Möglich ist auch, dass Kunden die Karten sperren lassen, weil sie sie nicht mehr finden. Viele vergessen jedoch sie wieder zu aktivieren, wenn sie wieder aufgetaucht ist.

Technischer Defekt des Automaten: Natürlich kann es auch passieren, wenn man dass Sie völlig unschuldig sind und sich nur zur falschen Zeit an den falschen Automaten gewandt haben. Man legt die Karte ein, alles sieht gut aus und plötzlich ist der Bildschirm leer und die Karte ist weg. Auch das kommt leider vor und lässt sich nicht vermeiden, wie die weiter oben erwähnten Szenarien. Grundsätzlich auch das kein Grund zur Sorge, allerdings wird Ihre Karte auch hier sehr wahrscheinlich den Umweg über die Zentrale Ihrer Bank gehen, wenn in der Filiale niemand helfen kann.

In solchen Fällen kann es passieren, dass die Bank eine Entschädigung leisten muss.

 

Haftungsausschluss

Alle angaben gelten ohne Gewähr. Alle Aussagen sinder weder als Finanzberatung, noch als Rechstberatung zu sehen. Sie spiegeln nur die subjektiven Erfahrungen des Autors wieder.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

3 Gedanken zu „Bankautomat hat die Karte eingezogen – was tun?“

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