Humankapital – wie am besten nutzen?

Das ist mein Beitrag zur Blogparade “Humankapital”. Es geht darum, was genau wir unter dem Begriff verstehen und wie man Humankapital am besten nutzen kann.

 

Was bedeutet Humankapital?

Aus Controller-Sicht ist Kapital das, was man in die Bilanz aufnehmen kann. Also ein Aktivposten. Dazu gehören laut IFRS Dinge, denen man einen finanziellen Wert zuweisen kann. Beim Humankapital sehe ich es genauso, nur dass dieser Wert nicht bilanzierbar ist.

Jeder Mensch hat einen gewissen “Wert” für das Unternehmen. Dieser bemisst sich in dem Beitrag, den er zum Erfolg beitragen kann. Manche Mitarbeiter sind leicht zu ersetzen, andere dagegen tragen in hohem Maße zum langfristigen Erfolg bei.

Humankapital ist in marktwirtschaftlich agierenden Firmen also der Cash-Flow, den man einem Mitarbeiter “zuordnen” kann. Auch wenn das ein sehr gewagtes Unterfangen wäre in einem Großkonzern. Aber im Endeffekt ist es so. Was nützen mir die Kenntnisse und Fähigkeiten von Mitarbeitern, wenn sie nicht zum Erfolg des Unternehmens beitragen?

Das Ziel von zusätzlichen Ausbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen sollte immer sein, den Beitrag der Mitarbeiter auf den Umsatz zu erhöhen oder Kosten zu senken. Das ist die Messlatte für erfolgreiche Personalentwicklung.

So ungefähr stelle ich mir den Begriff vor.

 

Wie kann man das Kapital nutzen?

Das Problem bei der Nutzung von Humankapital ist, dass die Bewertung eines Mitarbeiters nicht immer nach eindeutigen Kriterien erfolgen kann. Es kann sein, dass ein Vertriebler besser performt als andere. Aber mit seiner Arroganz sorgt er dafür, dass alle anderen Kollegen langsamer arbeiten. Es könnte also besser sein ihn zu entfernen statt zu fördern.

Häufig ist es auch so, dass die Firmen nicht immer wissen, welche Potenziale Menschen in sich tragen. Es kann zum Beispiel sein, dass der gelangweilte Buchhalter eine Art Genie dabei wäre, wenn es darum geht Konflikte zwischen Kollegen zu lösen. Vielleicht liest er am Wochenende Bücher zum Thema und bildet sich aus Eigeninitiative fort?

Das eine Problem mit Humankapital ist also, dass man nur schwer beurteilen kann, wie hoch der Wert ist, den ein Mitarbeiter beiträgt. Dieser kann mal deutlich mehr, mal deutlich weniger sein, als das, was man ihm zurechnet.

Das andere Problem ist, dass in Firmen häufig Vetternwirtschaft und Inkompetenz dazu führt, dass nicht immer die Leute auf den Positionen sitzen, auf denen sie einen optimalen Beitrag für die Firma leisten könnten. Daher ist es manchmal hilfreich, wenn Potenzialanalysen von externen Dienstleistern in Anspruch genommen werden. Dadurch würde man besser erkennen, wer wo am besten aufgehoben ist.

 

Was tue ich für mein Humankapital

Ich selber bin Controller und nebenbei Trainer und Internetunternehmer. Ich eigne mir persönlich permanent neue Kenntnisse an und bilde mich weiter. Natürlich kann ich diese Dinge nur schwer als Controller verwerten. Aber wenn ich irgendwann in eine Internetfirma wechseln würde, dann würde man sich dort sicher freuen, dass der neue SEO-Spezialist Ahnung von Finanzen hat und somit auch diesen Aspekt besser berücksichtigt.

Aber die meiste Zeit handhabe ich es so, dass ich meine neuen Fertigkeiten im Internet in Geld verwandle. Ich baue immer wieder neue Projekte auf und meine  Einnahmen sind stetig am Wachsen. Ich betrachte mich eh als eine Art Einzelunternehmen, dessen Ziel es ist den Umsatz zu maximieren. Aus welcher Quelle dieser kommt, ist mir doch eigentlich egal. So gesehen, wächst mein Wert permanent an, denn meine Fortbildungen werden immer recht schnell in Bares umgemünzt.

Author: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.