5S und Lean Management für Kleinunternehmer

Eine meiner ersten Stationen in der Arbeitswelt war eine Verpackungsfirma, bei der ich im Frühjahr 2006 angeheuert hatte. Damals wurde das gesamte Unternehmen umgekrempelt nach den Prinzipien von 5S und Lean Management, zudem wurde gerade Six-Sigma eingeführt.

Was ist 5S und Lean Management

Es gibt so eine Art Konzept um das Thema Lean Manufacturing und dieses Verbindet im Endeffekt die Grundgedanken, dass man die Bestände niedrig halten soll und dass die Arbeitsweisen permanent verbessert werden sollen.

5S Produktionsoptimierung
5S Produktionsoptimierung

Dieser Grundgedanke entstammt der hoch-effizienten Toyota Produktion. Also Just-in-Time, Kaizen, Lean Manufacturing usw. – sie gehören alle unter ein Dach.

Im Endeffekt geht es bei 5S und Lean Manufacturing darum, dass man die Abläufe in der Firma permanent überarbeitet und nie zur Ruhe kommt beim umgestalten der Abläufe. Wenn neue Technologien erfunden werden, dann wird sofort geprüft, ob man mit ihrer Hilfe etwas beschleunigen kann.

Eine wichtige Regel ist, dass man Verschwendung und Rüstzeit um jeden Preis vermeidet. Dafür ist es wichtig, dass alle Arbeitsplätze so einfach und sauber wie möglich gestaltet werden. Es sollen zum Beispiel nur die Werkzeuge an einem Platz stehen, die auch gebraucht werden. Jedes überflüssige Utensil wird entfernt. Dadurch sinkt schon einmal das Risiko, dass sich der Mitarbeiter an einem Gerät verletzt. Zudem besteht auch nicht die Gefahr, dass er einen Fehler macht und ein falsches Werkzeug verwendet.

Hinzu kommt, dass überflüssige Laufwege weitestgehend vermieden werden sollen. Dafür müssen die Maschinen und Werkzeuge entsprechend intelligent angeordnet werden.

Beim Lean Management oder Lean Manufacturing geht es im Wesentlichen darum, dass immer nur so viel produziert wird, wie es erforderlich ist. Jedes Produkt zu viel, baut Lagerbestand auf.

Lean Manufacturing vs. Lagerbestand
Lean Manufacturing vs. Lagerbestand

Dieser wiederum führt zu einer Verlängerung der Aktive auf der linken Seite der Bilanz. Das klingt zu nächst harmlos, aber wenn das passiert, dann bedeutet es, dass ich auf der anderen Seite auch ein Mehr an Eigenkapital oder Fremdkapital brauche. Das geht entweder über einen Kredit, also eine Verbindlichkeit. Oder es geht über eine Einlage oder eine Erhöhung des Eigenkapitals. Das würde einen erhöhten Finanzierungsaufwand mit sich bringen. Bei Firmen, die eh schon kanpp bei Kasse sind, kann es dazu führen, dass keine Möglichkeit besteht und dann wäre die Insolvenz die Folge.

Deswegen: eine Erhöhung der Vorräge ist also nicht deshalb schlimm, weil man dafür eventuell ein zusätzliches Lager anmieten muss. Viel wichtiger ist es, kein Kapital zu binden. Wenn zum Beispiel ein Investor sagt, dass er 1.000.000 EUR zur Verfügung stellt, und der Geschäftsführung untersagt externe Kredite aufzunehmen, dann sind diese Vorgaben in Stein gemeißelt. Der Investor erwartet für eine begrenzte Menge Geld eine gewisse Rendite und mehr wird er da sicher nicht zuschießen.

Author: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.