Joom – der China-Shop unter der Lupe

Shopping Made in China kann eine äußerst lukrative Sache sein. Sowohl als Schnäppchenjäger, als auch um damit Geschäfte zu machen, wie zum Beispiel Dropshipping. Man schaltet damit mindestens einen Zwischenhändler aus und kommt so günstig an Waren, bei denen sonst ordentliche Aufschläge enthalten sind.

Ermöglicht werden solche Geschäfte durch Onlineportale wie Aliexpress, WishApp oder seit kurzem auch Joom (ein Erfahrungsbericht). Sie fungieren als Marktplätze, auf denen die zahlreichen Anbieter ihre Waren unter weitestgehend standardisierten Bedingungen anbieten können. Das ist für den Kunden übersichtlich, plus der Bezahlprozess und Kundenservice liegen direkt beim Seitenbetreiber, so dass man sich nur an eine Adresse wenden muss, falls was wäre.

Joom ist noch relativ neu im Geschäft und wurde in den Charts für Android und iOS Apps nach oben gespült. Daher stellt sich natürlich die Frage, ob man dem Anbieter trauen kann.

Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass die Leute nicht um ihr Geld betrogen werden. Das ist schon dadurch gesichert, dass man mit PayPal zahlen kann. Diesbezüglich braucht man eigentlich keine Schlaflosen Nächte haben. Aber…

Im Web findet man unterschiedliche Meinungen zu Joom. Die, bei denen alles geklappt hat, die loben die günstigen Preise. Die, bei denen es zu Problemen kam, bemängeln immer wieder ähnliche Themen:

Die Lieferzeiten können manchmal lang sein. Manche Waren kamen dann innerhalb der 75-Tage-Frist gar nicht an. In so einem Fall bekommt man sein Geld wieder. Ist aber trotzdem ärgerlich. Allerdings muss man bedenken, dass man direkt auf dem chinesischen Markt einkauft und dass hinter einer Bestellung jede Menge Papierkram und eine lange Schiffsreise über den Ozean steht. Es ist nicht wie bei Amazon, wo die Sachen meist direkt auf Lager liegen und am nächsten Tag sind sie schon da. Hier muss man natürlich abwägen, was einem wichtiger ist: Preis oder Lieferzeit.

Man muss auch bedenken, dass man zwar auf der gleichen Plattform einkauft, aber hinter jedem Produkt kann ein anderer Lieferant stecken. Daher wird der Käufer nicht alles in einem Paket erhalten und Transportkosten sparen.

Des öfteren liest man auch, dass die Beschreibung der Produkte irreführend ist und das die Lieferung nicht dem entsprach, was man auf der Seite gelesen hat. Der länderübergreifende Reklamationsprozess kann natürlich etwas komplexer werden, als wenn man beim Mediamarkt nebenan einkauft.

Zudem gibt es möglicherweise noch Papierkram, den man beim Zoll erledigen muss. Aber auch das ist bei Lieferungen aus nicht EU-Ländern so üblich. Wer in amerikanischen Shops einkauft, der müss da ebenso “durch”.

 

Fazit

China-Shopping ist natürlich immer mit gewissen Risiken verbunden, aber dafür kann man sehr preiswert an Produkte gelangen und viel Geld sparen. Man kann zum Beispiel ein Testprodukt bestellen und wenn es gut ist, dann kauft man größere Mengen nach. So kann man das Risiko etwas abfedern.

Ich persönlich würde das Portal für Produkte verwenden, bei denen es nicht so viel zu verlieren gibt. Das 4.000-Euro Präzisionswerkzeug würde ich dort nicht bestellen, denn das wäre mir zu brisant. Aber bei Schmuck, Kleidung oder kleinen elektronischen Gadgets ist das Risiko eigentlich überschaubar.

 

 

 

 

 

Author: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.