Worauf achten bei der Badrenovierung?

Anzeige – Im Jahr 2012 habe ich zusammen mit meiner Frau eine Eigentumswohnung in Nürnberg gekauft. Sie wurde in den 1970-er Jahren gebaut und die Bäder waren noch original so belassen wie beim Kauf. Das bedeutet, das eine Bad war mit bunten Blumenfliesen ausgelegt, hat ausgesehen wie in einem schlechten LSD-Trip. Das andere war dunkelrot und mehr im Art-Deco Stil gehalten. Es hatte einen gewissen Charme, aber irgendwie war es so dunkel, dass man einfach Depressionen bekommen hat, wenn man sich länger darin aufhielt.

 

Was kostet eine Badrenovierung?

Unsere Bäder sind beide recht klein, so circa 6qm groß. Der Preis für die Renovierungen hatte es jedoch in sich. Das bunte Bad haben wir gleich beim Kauf im Jahr 2012 machen lassen. Dafür haben wir 10.000 Euro ausgegeben. Damals haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sehr wichtig ist hochwertige Badmöbel und Sanitärkeramik auszuwählen und nicht auf den billigen Krempel aus dem Baumarkt zu vertrauen – obwohl es meinen Prinzipien etwas widerspricht.

Wir in Deutschland haben hier eine etwas komische Beziehung zu Preis und Qualität. Meiner Generation wurde eingetrichtert, dass man für ein ordentliches Produkt einen ordentlichen Preis bezahlt. Andererseits gibt es hier Aldi, Norma, Lidl usw. und die Discounter haben diese Denke ad-absurdum geführt. Bei ihnen gibt es Top-Qualität, die weniger kostet als Markenprodukte. Es geht also, manchmal ist billig sogar noch besser als teuer.

Daher der Zwiespalt. Im Badbereich muss ich jedoch sagen, dass das Aldi-Prinzip nicht unbedingt gilt. Das billige Zeug beim Baumarkt ist leider nicht immer besser oder gleichwertig mit den teuren Sachen. Wir haben das an den Fliesen gemerkt. Da haben wir eher so Mittelklasse ausgesucht und dann festgestellt, dass ihnen so eine Art Schutzschicht fehlt. Jetzt bleibt der Kalk total leicht daran hängen.

Auch bei der WC-Schüssel, dem Waschbecken und der Badewanne sollte man lieber nicht sparen und doch noch etwas mehr drauflegen. Beim WC merkt man zum Beispiel, wenn die Keramik nicht so gut gebrannt wurde. Bei billigen Klos bleibt immer viel mehr “hängen” – das führe ich jetzt nicht weiter aus. Aber eins ist sicher, es gibt einen guten Grund, warum in Hotels und in Firmen meist auf Anbieter wie Villeroy und Boch, Laufen, Keramag etc. gesetzt wird, obwohl sonst an allen Ecken und Enden knallhart gespart wird. Die Marken-Produkte halten schlicht und ergreifend länger und besser und ja, es lohnt sich nicht dort zu knausern.

Beim zweiten Bad haben wir darum etwas mehr investiert, so dass es dann 17.000 Euro gekostet hat. Eine Menge Geld, aber es hat sich gelohnt. Ein Bad hält normalerweise 20 Jahre, wenn man es in neutralen Farben gehalten hat und da amortisiert sich der Betrag.

 

Geld sparen bei der Badrenovierung

Aber, es gibt zumindest ein klein wenig Hoffnung nicht komplett über den Tisch gezogen zu werden. Das Problem bei Handwerkern ist, dass sie am Metarial mitverdienen wollen und das mit einer Marge von teilweise 50%. Daher lieben sie es einem das teuerste vom teuren anzupreisen. Mein Nachbar arbeitet jedoch bei einem Sanitärgroßhändler und hat gesagt, dass man beim Kostenvoranschlag dem Handwerker meist sagen kann, dass er einen Rabatt auf das Material gewähren soll. 15-20% sollten eigentlich möglich sein, denn immerhin hat er ja auch schon den Stundenlohn angesetzt und in dem ist auch schon ein Gewinn einkalkuliert.

Die hohen Preise für Marken im Bereich Bad ist also tatsächlich zum Großteil durch Qualität gerechtfertigt, aber zu einem gewissen Teil ist auch die Raffgier des Handwerkers schuld.

Daher gilt bei der Renovierung: mehrere Angebote einholen und auf die Materialien einen Rabatt verlangen. So kann man einen Anbieter gegen den anderen ausspielen.

Was man auch bedenken sollte ist, dass ein renoviertes Bad eine gute Investition sein kann. Denn sie erhöht den Marktwert der Wohnung, wenn man sie irgendwann verkaufen will.

 

Author: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.