Wie finde ich den besten Aktienfonds für mich?

Kaum in einer Branche wird so viel gelogen und Augenwischerei betrieben wie beim Thema Finanzen (und Gesundheit). Kann ich mich daher auf Gütesiegel verlassen? Oder darauf, dass die Fondsgesellschaft irgendwelche Preise gewonnen hat? Die Antwort ist meist nein. Aber keine Sorge, mit ein wenig Basiswissen können Sie trotzdem viel Geld sparen.

Der Bock ist gleichzeitig Gärtner

Viele Preise, Auszeichnungen und Gütesiegel im Finanzbereich sind reine Scherzartikel. Sie werden gerne mal gekauft oder als Gefälligkeit vergeben. Manchmal gründen aber auch Banken einfach eine Stiftung und verleihen sich über diese selber einen Preis. Ich nenne mal keine Beispiele, denn ich habe keine Lust mich mit der Rechtsabteilung von Großkonzernen zu streiten 🙂

Vergangenheit ist nicht Zukunft

80% der Fonds schlagen nicht den Vergleichsindex, gegen den sie sich messen. Das bedeutet so viel wie: es gibt Fondsmanager, die versuchen mit Aktien von deutschen Firmen eine bessere Rendite zu erzielen als der DAX und sie scheitern dabei kläglich. Diese Leute haben ihr Gehalt nicht verdient, bezahlt werden sie trotzdem und zwar mit dem Geld der Fonds-Kunden.

Die anderen 20% erzielen gelegentlich ein besseres Ergebnis als der Vergleichsindex. Meistens basiert das auf reinem Zufall. Im Langfristvergleich nähert sich die Performance solcher „guten“ Fondsmanager der Rendite anderer Fondsmanager an. Selbst der große Guru Warren Buffet erzielt seit vielen Jahren kein besseres Ergebnis als der Dow Jones.

ETF / Indexfonds sind besser und billiger

Wenn Sie sich entscheiden Geld in Aktien anzulegen aber keine Ahnung vom Thema haben, dann empfehle ich grundsätzlich einen Fonds, der einen Index abbildet. Auf Englisch heißt das EXCHANGE TRADED FUND (=ETF) – auf Deutsch sagt man einfach Indexfonds.

Ein ETF wird nicht von einem teuren Fondsmanager verwaltet, sondern bildet meist per Computer gesteuert einen Index wie DAX, DOW Jones, Nasdaq, Nikkei u.ä. nach. Wenn man so etwas kauft und der DAX steigt 2%, dann gewinnt man auch (fast genau) 2%. Einfacher geht’s nicht.

Fondsmanager gönnen sich gerne mal ein Gehalt von 2-3%  des Fondsvermögens. Dieses Geld sparen Sie sich bei einem ETF. Zudem kann man viele Fonds nur kaufen und wieder verkaufen, wenn man eine Gebühr dafür entrichtet. Manche Fondsgesellschaften verlangen 2-5% vom Kurs. D.h. Sie verlieren 4-10% der Rendite, weil Sie beim Kauf und Verkauf abgezockt werden. Besonders schmerzhaft wird das, wenn der Fonds Verluste macht. Die Gebühren werden trotzdem fällig.

Fazit

Wer als Anfänger Geld in einen Fonds anlegen will, der sollte lieber nach einem Indexfonds fragen. Auch wenn Ihder Bankberater das nicht gerne hören wird – denn die Geldhäuser verlieren dadurch viele Einnahmen in Form von Gebühren.

Mit einem Indexfonds sind Sie besser dran, als 80% der aktiv geführten Fonds. Zudem sparen Sie an den Verkaufsgebühren und an den Verwaltungskosten.

ETFHaftungsausschluss

Dieser Artikel soll keine Finanzberatung oder sonstige Beratung darstellen, sondern  spiegelt nur subjektive Erfahrungen des Autors wieder.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.