7 Basisemotionen

Die 7 Basisemotionen nach Ekman erkennen lernen

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In diesem Beitrag finden Sie Fotos und Erklärungen zu den 7 Basisemotionen nach den Erkenntnissen von Paul Ekman.

Ausgehend von einem neutralen Gesichtsausdruck, lernen Sie die Veränderungen kennen, die sich bei der jeweiligen Emotion zeigen.

 

Neutraler Gesichtsausdruck

 

Wut / Ärger / Zorn

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Das Zusammenpressen der Augenbrauen ist ein deutlichles Zeichen für Wut. Die Lippen werden aufeinander gepresst.

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Die Augenbrauen über der Nase ziehen sich Richtung Mitte zusammen. Es entsteht die sogenannte Zornesfalte zwischen den Brauen.

Die Lippen verkrampfen sich und bilden eine Raute. Diese ist bei ganz intensiver Wut oder Raserei zu sehen und ist ein Zeichen für einen Beißreflex. Man fletscht / zeigt seine Zähne.

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Nur die Lippen werden zusammengepresst. Leichter Anflug von Ärger. Diese Zuckung sieht man oft, wenn den Leuten etwas gar nicht passt, sie aber ihren Ärger unterdrücken, bzw. wenn die Situation nicht allzu schlimm ist.

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Die Augenbrauen ziehen sich zusammen. Bleibt der Ausdruck nur kurz, dann ist er meist ein Zeichen für Skepsis oder man zeigt ihn auf, wenn uns etwas missfällt, oder wenn man angestrengt nachdenken muss.

Ekel / Abneigung

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7 Basisemotionen - Ekel
7 Basisemotionen – Ekel

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7 Basisemotionen - Ekel
7 Basisemotionen – Ekel

Intensiver Ekel – Die Oberlippe wird so weit hoch gezogen, dass die Zähne freiligen. Die Nase runzelt sich unterhalb der Augenbrauen. Es ist die Bewegung, die kurz davor stattfindet, wenn sich Menschen übergeben. Kinder strecken manchmal zusätzlich noch die Zunge raus, als würden sie etwas aus ihrem Hals hinaussschieben wollen. Aber das „Zungenstrecken“ trainieren die Erwachsenen normalerwise sehr schnell ab. Somit

Dieses Zusammenkneifen der Muskeln bei Augenbrauen und Lippen führt dazu, dass Ekel sehr oft mit Wut verwechselt wird. Man muss sich den Unterschied gut einprägen:

  1. Bei Ekel ist die Nase „geringelt“ – bei Wut nicht
  2. Bei Ekel zieht sich die Oberlippe hoch – bei Wut kneifen sie sich zusammen

Viele Menschen benutzen diese Geste unbwewusst, um ihr Missfallen auszudrücken. Wenn man einen Vorschlag macht und der gefällt ihnen nicht, dann sieht man meist den kurzen Ausdruck von Ekel oder Verachtung (siehe die nächsten Fotos). Man muss das dann nicht auf sich beziehen. Meist liegt es nur an der „Idee“, die man gerade präsentiert hat.

Verachtung

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7 Basisemotionen - Verachtung
7 Basisemotionen – Verachtung

Die Oberlippe ist einseitig hoch gezogen. Es ist der gleiche Muskel wie bei Ekel, nur dass er sich eben nur links oder nur rechts  anhebgt.

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7 Basisemotionen - Verachtung
7 Basisemotionen – Verachtung

Verachtung – das einseitige „Lächeln“. Signalisiert, dass uns etwas nicht gefällt oder dass wir jemanden als minderwertig betrachten. Wird auch oft gezeigt, wenn jemand einen Vorschlag macht, der uns nicht in den Kram passt.

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7 Basisemotionen - Verachtung
7 Basisemotionen – Verachtung

Wieder das  einseitige Lächeln, nur diesmal auf der anderen Seite. Probieren Sie selber aus die Lippe so auf beiden Seiten zu heben. Auf der einen wird es leichter gehen, auf der anderen nur schwer. Das liegt daran, dass Sie diese Bewegung wahrscheinlich jeden Tag ausführen und normalerweise tun wir das immer auf der gleichen Seite. Dadurch wird der Muskel trainiert, während der auf der anderen „verkümmert“.

 

Freude

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7 Basisemotionen - Freude
7 Basisemotionen – Freude

Die Mundwinkel ziehen sich leicht nach oben. Leichter Anflug von Freude. Wird häfug benutzt als höfliches oder möglicherweise falsches Lächeln.

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7 Basisemotionen - Freude
7 Basisemotionen – Freude

Die Mundwinkel ziehen sich nach oben und damit hebt sich auch die Haut über den Backen nach oben. Dabei bilden sich Fältchen an den äußeren Augenrändern.

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7 Basisemotionen - Freude
7 Basisemotionen – Freude

Noch intensiveres Lächeln. Der Mund ist offen, Fältchen an den Augenrändern.

 

Trauer & Verzweiflung

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7 Basisemotionen - Trauer
7 Basisemotionen – Trauer

Leichter Anflug von Trauer. Die Mundwinkel ziehen sich nach unten. Wenn die Augenbrauen dabei ungerührt bleiben, dann bedeutet es meist Unsicherheit – nicht Trauer.

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7 Basisemotionen - Trauer
7 Basisemotionen – Trauer

Die Innenseite der Augenbrauen hebt sich nach oben. Deutliches Zeichen für Trauer. Gilt normalerweise als ehrlich, denn es ist für die meisten Menschen schwer bis unmöglich diese Bewegung willkürlich auszuführen. Außer man übt es explizit, wie Schauspieler.

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7 Basisemotionen - Trauer
7 Basisemotionen – Trauer

Intensive Trauer. Mundwinkel unten, manchmal schiebt sich die Innenseite der Lippe etwas nach Außen. Wenn die Augenbrauen sich mit bewegen, dann ist die Trauer / Mitgefühl echt.

Wird nur die Lippe nach Außen gekehrt, dann sieht man es meist bei Leuten, die beleidigt oder eingeschnappt sind.

 

Angst / Furcht

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7 Basisemotionen - Angst
7 Basisemotionen – Angst

Die Augenbrauen werden nach oben gehoben und verkrampfen sich zusätzlich über der Nase. Dadurch ist der mittlere Teil der Stirn stark angespannt.

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7 Basisemotionen - Angst
7 Basisemotionen – Angst

Die Mundwinkel ziehen sich nach Unten und zur Seite.

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7 Basisemotionen - Angst
7 Basisemotionen – Angst

Beide Komponenten auf einmal. Sehr intensive Angst.

 

Überraschung

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7 Basisemotionen - Überraschung
7 Basisemotionen – Überraschung

Leichtes Erstaunen – der Mund öffnet sich, die Augenbrauen heben sich leicht.

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7 Basisemotionen - Überraschung
7 Basisemotionen – Überraschung

Die Augenbrauen heben sich auf beiden Seiten. Die Stirn ist gleichmäßig gerunzelt.

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7 Basisemotionen - Überraschung
7 Basisemotionen – Überraschung

Sehr große Überraschung – Augenbrauen gehen hoch, Augen weit aufgerissen, der Mund offen – die Kinnlade fällt runter…

Wichtig: Keine Verkrampfung über der Stirn, wie bei der Angst.

 

Theoretische Grundlagen

Den Grundstein für die Erforschung der Emotionen und deren körperlichen Ausdrücken legte Charles Darwin. Er ging davon aus, dass Emotionen in den Menschen die selben Emotionen instinktiv vererbt sind. Also dachte er sich, dass die körperlichen Ausdrücke dafür ebenfalls ererbt sein müssten, so dass sie kulturunabhängig sein müssten. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er in seinem Werk „Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren“ (1872).

Forschungen auf diesem Gebiet konnten die Theorie nicht stützen. Es stellte sich heraus, dass, sich der Ausdruck der meisten Emotionen nicht nur von Kultur zu Kultur unterscheidet, sondern sie unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und sogar der gleiche Mensche nutzt manchmal unterschiedliche Ausdrücke für ein und dieselbe Emotion.

In den 1960-er Jahren war es unter anderem Paul Ekman, der sich intensiv mit dem Thema befasste. Er fand heraus, dass es 6 Gesichtsausdrücke gibt, bei denen zumindest eine kulturunabhängige Korrelation vorhanden ist. Ekel und Verachtung wurden erst später voneinander getrennt, darum spricht man heute von den 7 Basisemotionen.

 

Trauer und Verzweflung vs. Freude

Einen interessanten Teilaspekt möchte ich hier näher beleuchten. Es ist leider das tragische Schicksal des Menschen, dass Trauer eine Emotion ist, die sich langfristig etablieren und die Persönlichkeit des Menschen bestimmen kann. Freude hingegen ist meist leider nur ein kurzlebiges Gefühl. Ein relativ kurzer Zeitraum, in dem Glückshormone ausgeschüttet werden und dann verflacht die Freude. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass wir hier in Deutschland in einem der reichsten Länder der Erde leben, dennoch sind die Leute nur am Jammern und Meckern – anstatt glücklich und zufrieden durch die Straßen zu flanieren.

Paul Ekman hat die Emotion Trauer in 2 Komponenten unterteilt: Trauer und Verzweiflung.

Trauer – ist ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und der Resignation. Ein Gefühl der Leere, die man teilweise sogar körperlich empfinden kann. Viele Patienten mit Depression berichten davon, dass Ihre Glieder wie Blei so schwer sind.

Verzweiflung – ist ein inneres „sich Aufbäumen“ gegen das Schicksal. Man akzeptiert das Schicksal nicht und man kämpft dagegen an. Dieser Zustand ist ungeheuer Aufreibend und entzieht den Menschen Energie. Er macht die Betroffenen richtig fertig und lässt sie ausgebrannt zurück. Immer und immer wieder kreisen Ihre Gedanken um das Thema und die Narben werden immer wieder aufgefrischt. Aus diesem Grund sagen auch die Buddhisten, dass man genau so nicht reagieren soll auf das Unglück in der Welt. Man setze sich hin und solle warten, bis die Trauer vorbeigeht.

Allerdings gibt es auch Wege aus diesem Leben. Paul Ekman ist ein guter Freund des Dalai Lama und die beiden arbeiteten auch für eine Untersuchung zusammen. Es hat sich herausgestellt, dass mit Hilfe von Meditation das Gehirn dahingehend verändert werden kann, dass ein Mensch permanenten Glückszustand empfinden kann, während Gefühle der Trauer schneller vorbeigehen.

Bei der Meditation „holen“ sich die Mönche das Gefühl „puren Glücks“ ins Bewusstsein. Anstatt ihn aber wieder abbebben zu lassen, halten sie ihn während der Meditation aufrecht und lassen ihn nicht vergehen. Solche Sitzungen dauern oft 25-45 Minuten. Das bedeutet, dass in dieser Zeit eigentlich trainiert wird. Das Gehirn wird darauf trainiert den Glückszustand aufrechtzuerhalten. Diese Methode hat biologisch nachweisbare Auswirkungen und bewirkt eine Art Umbau im Gehirn. Mit Hilfe von Untersuchungen am EEG hat man festgestellt, das Mönche, die viel meditiert haben, eine ganz andere Gehirnstruktur besitzen, also normale Menschen. Bei ihnen ist im Frontalcortex der Bereich, der für die Erzeugung von Glücksgefühlen und für dei Unterdrückung von negativen Emotionen zuständig ist, viel größer und stärker vernetzt. Klar, es ist wie im Fitnesstudio: der Bereich des Körpers, der viel trainiert wird, ist besser ausgebildet. Somit erklärt sich auch die permanente gute Laune der Mönche und das ist auch der Grund, warum kaum ein Schicksalsschlag sie innerlich erschüttern kann.

Die Lösung zum ewigen Glück ist im Grunde gesehen: Mediation. Allerdings muss es die richtige Technik sein. Technik! – nicht Relogion.

Sehr interessant hierzu ist das Buch „Hirnforschung und Meditation“ – ein Dialog zwischen Matthieu Ricard (buddhistischer Mönch und Autor zahlreicher Bücher) und Wolf Singer (renommierter Hirnforscher). Darin beschreiben sie die biologisch nachweisbaren Veränderungen im Gehirn, die durch Meditation ausgelöst wird. Zudem wird erklärt, welche Auswirkungen sie auf des Erkennen von Mikroausdrücken in den Gesichtern von Menschen hat.

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