Vaterschaft ausschließen anhand von Blutgruppen

Man sagt, dass ungefähr 4-10% aller Kinder in Deutschland sogenannte „Kuckukskinder“ sind. Die Dunkelziffer könnte aber auch höher liegen. Viele Männer ziehen somit den Nachwuchs eines anderen Mannes auf, weil die untreue Frau eine Lügnerin und Betrügerin ist.

 

Besonders schlimm wird es dann, wenn man nach einer Scheidung Unterhalt zahlen muss, während der wahre Vater es sich auf Kosten anderer gutgehen lassen kann.

Normalerweise wäre die Sache ganz einfach. Wer Zweifel an der eigenen Vaterschaft hat, der könnte einen DNS-Test machen und die Frage klären. Allerdings leben wir in Deutschland und hier ist das nicht erlaubt. Der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Kindes wird als wichtiger angesehen als das emotionale und finanzielle Leid eines Menschen.

Wer heimlich einen DNS-Test machen lässt und damit vor Gericht geht um die Vaterschaft anzufechten, der wird sogar bestraft und muss dennoch weiterhin zahlen.

Die Rechtslage kann sich da von Land zu Land unterscheiden.

 

Alternativen zum DNS-Test

Wer aber in der Schule in Biologie aufgepasst hat, der hat eine kleine Chance sich zu wehren. Man kann, in einigen, wenigen Fällen, die Vaterschaft anhand von Blutgruppen ausschließen. Man beachte jedoch dabei, dass die hier präsentierte Methode nicht geeignet ist, um einen DNS-Test zu ersetzen. Sie kann lediglich einen gewissen Anteil der  Kuckukskinder identifizieren.

Es gibt zwei mögliche Resultate bei diesem Test:

  1. Sie können NICHT der Vater des Kindes sein
  2. Ihre Vaterschaft kann NICHT AUSGESCHLOSSEN werden

So etwas wie: „Ja, Sie sinder der Vater“ – wird nicht möglich sein.

Wenn das Resultat Nr. 2 als Ergebnis erscheint, dann heißt das nicht, dass Sie der Vater des Kindes sind. Es heißt dann nur, dass Ihre Vaterschaft anhand der Blutgruppe nicht ausgeschlossen werden kann. Hier gibt es ohne eine genauere DNS-Analyse keine Chance auf Klarheit.

 

Methode 1 – Vaterschaft mit dem Rhesusfaktor ausschließen

Bevor man sich mit den etwas komplizierteren Blutgruppenkombinationen auseinandersetzt, kann man einen einfachen Zwischenschritt einlegen. Jede Blutgruppe hat einen sogenannten Rhesusfaktor. Es gibt Positiv und Negativ. Also die Gruppen:

0 – positiv / negativ
A – positiv / negativ
B – positiv / negativ
AB – positiv / negativ

Wir schauen uns nur den Teil mit dem POSITIV und NEGATIV an. Es gilt die ultimative Regel:

Zwei Eltern, deren Blutgruppe Rhesusfaktor NEGATIV hat, können kein Kind zeugen, welches POSITIV hat.

Die genauen Vererbungsregeln dahinter lassen wir außer Acht. Wichtig ist: diese Regel hat Bestand. Wer also ein Kind mit positivem Rhesusfaktor hat und beide Eltern sind negativ, der braucht die Blutgruppen gar nicht weiter zu untersuchen. Eine Vaterschaft ist in diesem Fall schlichtweg unmöglich.

Alle anderen Kombinationen können sowohl ein Kind mit positivem, als auch eins mit negativem Rhesusfaktor zur Folge haben!

 

Methode 2 – Vaterschaft mit der Blutgruppe ausschließen

Wie oben erwähnt, können Menschen 4 verschiedene Blutgruppen haben: 0, A, B, AB. Innerhalb dieser 4 Varianten bestehen bestimmte Möglichkeiten, die sich zwischen Eltern und Kind ergeben können und solche, die nicht möglich sind. Letztere sind die interessanten, denn sie schließen die Vaterschaft aus. Die folgende Matrix enthält die möglichen Kombinationen der Blutgruppen von Eltern und Kind.

OK bedeutet: diese Kombination ist möglich

X bedeutet: diese Kombination ist nicht möglich

Blutgruppe Kind Kind Kind Kind
Eltern A B AB 0
A / A OK X X OK
A / B OK OK OK OK
A / AB OK OK OK X
A / 0 OK X X OK
B / B X OK X OK
B / AB OK OK OK X
B / 0 X OK X OK
AB / AB OK OK OK X
AB / 0 OK OK X X
0 / 0 X X X OK

Für diesen Check müssen Sie die Blutgruppe des Kindes, die der Mutter und Ihre eigene in Erfahrung bringen. Im Mutterpass ist meist die Blutgruppe der Mutter eingetragen. Die des Kindes wird oft auch noch eingefügt oder lässt sich normalerweise beim Kinderarzt erfragen. Die eigene Blutgruppe hat der Hausarzt in Ihrer Akte gespeichert.

Sollte bei Ihnen ein X herausgekommen sein, dann bitte nichts überstürzen. Es kann sehr böse Auswirkungen auf die Beziehung haben, wenn Sie Ihre Partnerin mit dem Ergebnis konfrontieren und dann stellt sich heraus, dass ich mich verschrieben habe, oder dass Sie sich verlesen haben, weil sie in der Zeile verrutscht sind.

Hier nochmal eine Übersicht über die möglichen Kombinationen

Vaterschaft anfechten / ausschließen Blutgruppe
Vaterschaft anfechten / ausschließen anhand der Blutgruppe (AB0-System)

Prüfen Sie die Daten lieber mehrmals lassen Sie sich zum Beispiel von Ihrem Arzt beraten, um auf Nummer sicher zu gehen.

Manchmal kann es auch vorkommen, dass aufgrund von äußerst seltenen Genmutationen das Kind eine Blutgruppe / Rhesusfaktor hat, welche eigentlich nicht möglich wäre.

Sollte ein OK herausgekommen sein, dann muss das nicht heißen, dass Sie der Vater sind. Es heißt dann nur, dass Ihre Vaterschaft mit Hilfe der Blutgruppen nicht ausgeschlossen werden kann.

 

Simple-Daddy Test App verwenden

Anstatt sich durch die Tabellen zu wühlen, können Sie diesen Test auch mit einer App durchführen. Sie steht kostenlos im Google-Play Store zur Vefügung: SIMPLE-DADDY-TEST-APP

Vaterschaftsstest Blutgruppe App
Vaterschaftsstest Blutgruppe App

 

Haftungsausschluss

Ich übernehme keinerlei Haftung für die Richtigkeit der Methoden / Angaben, die in diesem Artikel enthalten sind.

Alle Hinweise auf Gesetze und Rechtsprechung sind nicht als Rechtsberatung gedacht,  sondern spiegeln nur die subjektive Meinung des Autors wieder.

 

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

2 Gedanken zu „Vaterschaft ausschließen anhand von Blutgruppen“

  1. Lassen sich unter Betrachtung der Blutgruppen der Großeltern, weitere Rückschlüsse ziehen? Und in wie fern ist der rhesusfaktor an die x und y Chromosomen gekoppelt?

    1. Die Blutgruppe der Großeltern spielt nur dann eine Rolle, wenn man sie mit denen ihrer Kinder vergleicht. So kann man prüfen, ob die eigenen Eltern nicht vielleicht auch Kukuckskinder sind. Alles andere wäre schon zu unwahrscheinlich, dass es für die Enkel Bedeutung hat. Denn immerhin hat man 4 Großeletern, die möglicherweise völlig unterschiedliche Blutgruppen haben könnten und deren Kinder haben dann teils untereinander unterschiedliche.

      Der Rhesusfaktor ist, so viel ich weiß, nicht abhängig vom Geschlecht. Sonst gäbe es zum Beispiel viel mehr Frauen mit Negativ oder Positiv als Männder. Ist aber nicht der Fall – zumindest nach meinem Kenntnisstand.

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