Was ist besser: Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung?

Versicherungsvertreter behaupten gerne, dass sie individuell beraten und maßgeschneiderte Lösungen für den Kunden anbieten. Die Realität sieht anders aus: egal ob man knapp bei Kasse ist oder ob man gut verdient, meist versuchen sie es mit einer Kapitallebensversicherung. Dass der Kunde dadurch gravierende Nachteile haben kann, verschweigen sie gerne. Daher habe ich beide Produkte einander gegenübergestellt.

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Risiko-Lebensversicherung

Man schließt eine Versicherung ab, die relativ günstig ist. Tritt der Todesfall ein, dann erhält man die hohe Versicherungsprämie. Am Ende der Laufzeit kriegt man kein Geld zurück.

Rendite = 0%

Kapital-Lebensversicherung

Man kauft eigentlich 2 Produkte. Eine Lebensversicherung und einen Sparvertrag. Stirbt die versicherte Person während der Laufzeit, dann erhält man die Versicherungsprämie. Läuft der Vertrag ab, dann erhält man sein Geld zurück, plus eine Verzinsung.

Rendite = je nach Anbieter. Aber auch nicht mehr als marktübliche Spar-Produkte.

Wer braucht überhaupt eine Lebensversicherung?

Genau hier beginnt das eigentliche Problem. Eine Lebensversicherung braucht grundsätzlich nur jemand, dessen Tod schwerwiegende Konsequenzen für andere hat. Der Vater von 3 Kindern, der zugleich der Hauptverdiener der Familie ist und das Haus abbezahlt. Wenn er stirbt, dann ist die Familie ruiniert. So jemand braucht unbedingt eine Lebensversicherung.

Sind die Kinder jedoch aus dem Haus und die Immobilie abbezahlt, braucht man dann noch die LV? In den meisten Fällen kann man ab dem Zeitpunkt auf sie verzichten.

Der 25 jährige Single, der keine Kinder hat und zur Miete wohnt – was soll der mit einer LV? So tragisch sein Tod wäre, er würde rein finanziell folgenlos bleiben. Das hat meinen Finanzberater übrigens nicht davon abgehalten mich zum Abschluss einer KLV zu drängen…

Warum ich nie eine KLV abschließen würde

Ich selber habe eine Risiko-Lebensversicherung. Sie ist sehr billig und wenn sie abläuft, dann ist die Immobilie abbezahlt und unser Kind aus dem gröbsten raus. Sollte ich einen Tag nach dem Ende der Police sterben, würde das finanziell im Rahmen des erträglichen bleiben.

Eine Kapital-Lebensversicherung dagegen ist eine zusätzliche finanzielle Belastung und entzieht den Menschen Liquidität. Oft kommt es sogar so weit, dass man sie in Notsituationen kündigen muss. Dann reibt sich die Versicherung die Hände und der Kunde ist der Dumme. Ihr einziger „Vorteil“ ist, dass sie den psychologischen Effekt befriedigt, dass man sein Geld „zurück“ bekommt. Aber natürlich bekommt man sein Geld nicht zurück, sondern kriegt einen mickrigen Zins auf den Sparanteil. Die Kosten für die darin enthaltene RLV bezahlt man natürlich trotzdem.

Man muss sich immer vor Augen halten: eine KLV ist nichts anderes als eine RLV plus ein angeschlossenes Spar-Produkt. Es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund beides zugleich abzuschließen, denn man kann danach das eine ohne das andere nicht mehr kündigen. Und die Verzinsung ist auch nicht so viel anders als andere marktübliche Sparverträge.

Daher sage ich: Finger weg von der Kapitallebensversicherung.

Haftungsausschluss

Dies ist keine Finanzberatung oder sonstige Form der Beratung. Der Artikel spiegelt nur die subjektive Meinung des Autors zum Thema Lebensversicherung wieder.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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