Absolventen und Karriere – 3 Tipps für deutlich mehr Geld

Eine halbe Million Euro zu verzocken geht ganz einfach. Schon ein paar kleine Fehlentscheidungen im Berufsleben reichen aus und weg ist die Kohle. Man bemerkt es gar nicht, denn es ist nicht das Geld, das man hat und das einem dann wieder genommen wird. Nein, es ist das Geld, das man durch eigenes Verschulden nie überwiesen bekommt. Eine einfache Rechnung als Beweis.

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Wie man ganz schnell 500.000 Euro verliert

Hochschulabsolventen arbeiteten nach dem Studium ca. 40 Jahre. Nicht alle verdienen jedoch das gleiche Geld in dieser Zeit. Unterschiede von 10-15 TEUR sind völlig normal. Heruntergebrochen auf Monate und nach Abzug von Steuern ist die Differenz nicht so riesig. Daher sehen auch viele keinen Anreiz sich um mehr Gehalt zu bemühen. Wenn man das alles jedoch auf 40 Arbeitsjahre hochrechnet, dann werden daraus 400-500 TEUR. So schnell geht das.

Ich betrachte hier zwar einen sehr langen Zeitraum, aber die Situationen, in denen über unser Einkommen entschieden wird, sind rar gesät. Gehälter werden normalerweise nur aller paar Jahre verhandelt und dann bestimmen sie über Jahre unseren finanziellen Rahmen.

Aus diesem Grund habe ich heute ein paar Tipps für Sie, die dabei helfen sollen von Anfang an das Beste aus Ihren Möglichkeiten herauszuholen.

3-Tipps-mehr-GeldBranchen mit dem besten Tarifvertrag bevorzugen

Ein paar Bekannte von mir arbeiten in der Papierindustrie im Rechnungswesen. Ihre Firma hat keinen Betriebsrat und ist gewerkschaftlich nicht organisiert. Ich arbeite im selben Bereich für eine Firma, deren Tarifvertrag mit der IG Metall geregelt ist. Was ist der Unterschied zwischen uns? Ca. 30% Gehalt – für die gleiche Arbeit. Das ist kein Witz! Die Gleichbehandlung der Angestellten muss nur innerhalb einer Firma gewährleistet sein, sonst schreien alle Diskriminierung. Aber wenn Menschen von manchen Firmen ausgebeutet werden, dann stört das kein Schwein.

Es gibt gewaltige Unterschiede zwischen den Gehältern in den verschiedenen Branchen. Der Einzelhandel ist zum Beispiel bekannt dafür deutlich schlechter zu Zahlen als Banken oder Versicherungen. Allgemein bekannt ist auch, dass Mitarbeiter der Marketingabteilung großer Konzerne wesentlich mehr verdienen und weniger arbeiten müssen als die Leute in Werbeagenturen. Also, warum sich so einen Fehlgriff antun?

Daher sollte man immer darauf achten, dass man so früh wie möglich in eine Branche wechselt, wo die Tarifverträge die besten Gehälter garantieren. Wenn es nicht beim ersten Job klappt, dann nicht lange fackeln und gleich nach Antritt der Stelle mit den Bewerbungen anfangen, um schnell einen besseren zu finden.

Spaß an der Arbeit oder lieber doch das große Geld?

Wie oft höre ich von den Leuten, dass ihnen nette Kollegen, eine sinnvolle Tätigkeit und Anerkennung vom Chef viel wichtiger sind als das Gehalt. Wer so denkt, der verbrennt sein Geld förmlich und lässt sich mit der Befriedigung seiner sozialen Bedürfnisse viel zu billig abspeisen. Man muss immer zwei Dinge bedenken:

  1. Ein einmal erreichtes Gehalt, das kann einem die Firma nicht mehr so einfach kürzen.
  2. Ein gutes Umfeld und ein netter Chef – das sind Dinge, die sich jederzeit verflüchtigen können.

Wie oft wird ein Chef durch einen neuen ersetzt? Wie oft hält die Stellenausschreibung nach 2 Wochen Arbeit nicht das, was sie versprochen hat? Wenn es ganz dumm kommt, dann hat man nur wenig Geld und ein schlechtes Umfeld – man ist doppelt gearscht.

Daher sollte man sich primär um die Maximierung des Einkommens kümmern. Ist dieses Ziel erst einmal erreicht, dann kann man sich intern oder extern nach einem schöneren Umfeld umsehen. So und nicht anders herum!

Konzern oder Mittelstand?

So leid es mir für die „kleinen“ tut – wer alles aus seinen Möglichkeiten herausholen will, der geht in den Konzern.

Bevor man diese Frage aber näher erörtert, muss man zunächst klären was Mittelstand überhaupt ist. Ich denke in diesem Fall an eine kleine Firma mit 50 oder 100 Mitarbeitern. Es gibt ein bis zwei Geschäftsführer und dann noch ein paar Fachleute, die je einen Fachbereich leiten wie: Produktion, Rechnungswesen oder Vertrieb usw. Und nun zum Warum:

Das Gehaltsniveau im Großkonzern ist üblicherweise höher als im Mittelstand. Selbst wenn sie im gleichen Tarifvertrag organisiert sind. Die Personalabteilung kennt ihre Tricks und Kniffe um die Stellebeschreibungen so zu gestalten, dass die Leute einer niedrigeren Tarifstufe zugewiesen werden. Man könnte dann zwar beim Betriebsrat Beschwerde einlegen, aber wer das tut, der kann seine Karriere in dieser Firma auch gleich in die Tonne treten.

Es gibt natürlich Ausnahmen was die Bezahlung angeht, aber in der Regel ist es so. Wichtig ist aber auch – es wird meist auf einem deutlich höheren Leistungslevel gearbeitet als in kleinen Firmen. Konzerne ziehen nun einmal die besten Leute jeglichen Fachs an. Man erhält somit Zugang in ein Umfeld, in dem die Prozesse schon über Jahre permanent optimiert wurden. Ich sage nur: Six-Sigma und Lean Management. Als Angestellter setzt man von Anfang an auf einem höheren Niveau an und erwirbt dadurch viel mehr Know-How als bei den kleinen Firmen. Das steigert natürlich den eigenen Marktwert auf dem Arbeitsmarkt.

Was aber viel wichtiger ist, dass es im Mittelstand generell weniger Optionen an allem gibt. Es gibt weniger Chancen aufzusteigen oder mal in einen anderen Fachbereich zu wechseln. Dafür sind solche Firmen viel zu klein. Was kann man denn noch werden, wenn man zum Chef des Rechnungswesens oder der Produktion ernannt wird? Eine Etage darüber kommt schon die Geschäftsleitung. Wie soll da eine weitere Perspektive aussehen? An solch einem Punkt angekommen, bleibt einem meist nur noch die Firma zu wechseln, wenn man vorankommen möchte. Und in dem Fall verliert man seine bisherigen Netzwerke und muss wieder ein komplett neues aufbauen. Das kann oft jahrelange Aufbauarbeit zunichtemachen.

Machen Sie es gleich von Anfang an richtig – gehen Sie in den Konzern!

Ich wiederhole nochmal die wichtigsten Punkte:

  1. Den besten Tarifvertrag aussuchen
  2. Achten Sie primär auf Gehaltsmaximierung und erfüllen Sie sich dann erst Ihre Träume
  3. Wenn Sie das Maximum wollen, dann gehen Sie in den Konzern

Diesen Beitrag gibt es auch als Video-Podcast auf Youtube

 

 

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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