“FAQ Speed-Reading” – Was ist Speed-Reading? Ist das wie Querlesen?

Speed-Reading ist nicht Querlesen, sondern soll dazu führen, dass Sie Ihre aktuelle Lesegeschwindigkeit erhöhen, aber genauso gut (oder besser) verstehen wie vorher. Man trainiert dafür das Lesen mit Geschwindigkeiten, die immer über dem aktuellen Verständnislevel liegen. Mit der Zeit passt sich das Gehirn an und kann auch beim höheren Tempo alles gut verstehen. Geht man auf die alte  Geschwindigkeit zurück, dann wird einem das als zu langsam und langweilig vorkommen und man liest von ganz alleine mit einer höheren Geschwindigkeit.

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Das Niveau steigt schrittweise an

Das Training ist nur dazu da, damit die Anpassungsreaktionen im Gehirn ausgelöst werden. Nach dem Training können Sie wieder in der Geschwindigkeit lesen, die Ihnen angenehm ist. Der Unterschied zu vorher ist jedoch, dass diese „Normalgeschwidnigkeit“ höher ist als Ihr Ausgangsniveau. Sie merken also gar nicht, dass Sie schneller lesen können – erst wenn Sie mal einen Vergleichstest mit einer Stoppuhr machen.

Damit ist auch die Frage beantwortet, ob man als Speed-Reader noch genußvoll lesen kann?

Ja, das können Sie – denn Sie lesen immer so, wie es Ihnen angenehm ist. Nur wird sich Ihre Empfindung für das, was angenehm ist durch das Training immer weiter nach oben verschoben.

Kostenlose Übungen für Speed-Reading

Ihre Lesegeschwindigkeit können Sie zum Beispiel auf 2 Arten steigern:

  1. Metronomübungen
  2. Speed-Reading Software

Die Videos unten zeigen Ihnen wo Sie kostenlose Tools für das Training finden.

Videos zum Training

 

 

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

4 Gedanken zu „“FAQ Speed-Reading” – Was ist Speed-Reading? Ist das wie Querlesen?“

  1. Hallo Peter,

    „Das Training ist nur dazu da, damit die Anpassungsreaktionen im Gehirn ausgelöst werden.“

    Was, wenn aber diese Anpassungsreaktion ausbleibt ?
    Ich trainiere Speed Reading mittlerweile seit Jahren und KEINER der Effekte, die immer versprochen werden, stellt sich ein.
    Ich mache immer und immer wieder die sogenannten Speed Drills, also gezieltes schneller Lesen als man subvokalisieren kann, mit Lesehilfe oder auch mal testweise ohne.
    Habe auch das Abgewöhnen der Subvokalisation mit dem bekannten Mitsprechen/Mitzählen probiert. Tagtägliches Training, mindestens 5 bis 10 Minuten, oft natürlich länger. Auch zwei verschiedene Softwares für Speed Reading Training ebenso.
    Wie gesagt, ich übe mittlerweile vermutlich schon 3 Jahre.
    Selbst wenn ich etwas falsch mache, müsste zumindest ein minimaler Effekt zu bemerken sein.
    Aber meine Lesegeschwindigkeit bleibt konstant (180-200 WPM). Ohne subvokales Deklamieren, also eine gewisse Betonung und Leserythmus, verstehe ich einen Text nicht, ganz zu schweigen davon das Gelesene zu behalten. Versuche ich dann das Trainierte beim normalen Lesen anzuwenden, fühle ich mich nur gehetzt, der Lesegenuss ist weg und ich verstehe auch den Text nicht ausreichend. Es ist nur ein Überfliegen.
    Wie soll man denn beim Training mit der Lesehilfe die Subvokalisation eigentlich handhaben ?
    Soll ich VERSUCHEN mitzulesen, was dazu führt, dass ich nur noch vereinzelte Wörter innerlich mitsprechen kann, was zu einem subvokalen Kauderwelsch führt.
    Oder soll ich bewusst auf Subvokalisation verzichten, also den Blick einfach so über die Wörter, der Lesehilfe hinterher, gleiten lassen.
    Beides führt dazu, dass nach sehr kurzer Zeit die Gedanken abschweifen, da ich ja kein Wort verstehe. Bei der zweiten Option passiert das sogar noch viel schneller.
    Im Grunde erreiche ich nichts weiter als das sogenannte Skimmen (Überfliegen), es gleicht mehr einem (gelangweilten) Anschauen lauter wahlloser Wörter, die keinen zusammenhängenden Sinn ergeben. Das Trainierte wirkt sich in keiner Weise auf meine Lesegeschwindigkeit aus. Wie gesagt, will ich einen Text mit Genuss und auf Verständnis und Behalten lesen, muss ich, auch nach jahrelangem Speed Reading Training, subvokalisieren und deklamieren.
    Ein weiteres Problem ist, dass nach dem Training die Regressionen schlimmer werden, da nach langem Speed Drill die Augen schneller voran wollen, als ich das Gelesene subvokal verstehen kann. Was dazu führt, dass ich noch viel öfter im Text zurückspringen muss.
    Das soll man ja vermeiden, aber wie bitte soll ich einfach weiterlesen, wenn ich den Eindruck (bzw. ist es oft ja auch Tatsache) habe, dass ich etwas NICHT oder FALSCH verstanden habe ? Oder mich verlesen habe. Bspw. Haus statt Hans, ideal statt irreal, Wind statt Wund etc etc etc. Das kommt doch immer wieder mal vor beim Lesen, grade wenn ich den Blick hart über die Zeilen treibe. Da kann ich doch Regressionen nicht vermeiden, darunter leidet doch das Textverständnis bzw. der Sinn kann komplett entstellt werden.
    Mit Subvokalisation habe ich ein exzellentes Textverständnis und kann auch das gelesene Visualisieren. Angeblich, soll das ja beim Speed Reading noch besser werden. Tja…aber wo bleiben die Erfolge, die ALLE Speed Reading Anbieter versprechen und ihren Skeptiker entgegenhalten ? 🙁
    Ist es vielleicht so wie es im Wikibook steht:

    „To be blunt, speed reading is probably not going to work for you and the training will be a waste of time. Whether it works for you is essentially a matter of luck. You have to have the „right kind of brain“.
    Quelle: http://en.wikibooks.org/wiki/Speed_Reading

    Mir ist auch das Training mit dem Erfassen von Wortgruppen schleierhaft.
    Um zu überprüfen, ob ich eine Wortgruppe erfasst und verstanden habe, muss ich sie erst subvokalisieren. Welche Sinn macht das also ????

    Mit freundlichen Grüßen
    Marc

    1. Hallo Marc,

      danke für deinen Kommentar. Das sind Sachen, über die muss man natürlich ausgiebig sprechen. Da die Mail viel Inhalt hat, versuche ich etwas System hineinzubringen:

      1. Versprechungen / Fortschritte
      Viele Anbieter versprechen, dass du doppelt so schnell lesen wirst. Das stimmt allerdings nicht. Ich habe auch einen Kurs bei einem der bekanntesten Anbieter mitgemacht und da hat sich eigentlich kaum jemand verdoppelt. Dieses Verdoppeln ist eh wie ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Im Eingangstest lesen alle Leute wie gewohnt. Beim zweiten Test wird meist das Pareto-Lesen angewendet. Da wird nicht jede Zeile und jedes Wort abgescannt, sondern nach Infos „gesucht“. Das geht natürlich schnell, aber viele Details gehen verloren. Daher verspreche ich den Leuten in meinem Kurs beim einzeiligen Lesen nur 25-50% und das trifft in 99,9% der Kurse zu. Es ist halt Marketing…

      2. Subvokaliseren
      Ob Subvokalisieren nötig ist, darüber streiten die Geister. Ich sage immer: verschwende keine Gehirnkapazität für das Unterdrücken der inneren Stimme. Lass Sie einfach mitlaufen im Hintergrund aber vertraue darauf, dass dein Gehirn die Infortmationen, die dein Auge aufnimmt, trotzdem verarbeitet.
      Diese ewige Diskussion darüber liegt daran, dass sich in diesem Gebiet viele Autodidakten tummeln, die ihre eigenen Erfahrungen für allgemeingültig erklären. Mach einfach so, wie es sich für dich angenehmer anfühlt. Ich hatte Leute im Kurs, die lesen 700 WPM und die hören immer noch den inneren Dialog – also was solls. Mach so, wie du das Lesen als angenehm empfindest.

      Das mit den Wortgruppen und Aufdeckübungen, das musst du mal mit 5-stelligen Zahlen probieren. Solche findest du zun Beispiel im Buch „Optimales Lesen“ von Ernst Ott. Da ist es so, dass man innerlich das Gefühl hat die Zahl schon lange zu verstehen, während die innere Stimme die Info erst nachliefert: „achtundfünfzigtausendsiebenhundertneunundzwanzig“. Probier das mal, dann wirst du sehen, dass das visuelle Verarbeiten deutlich schneller geht als das innere Geplapper. Vertrau einfach auf deine Augen und nimm die innere Stimme als eine Art sinnvoller Begleiter, die das ganze nochmal für dich wiederholt. Sie ist aber nicht zwingend erforderlich, wenn du verstehen willst.

      3. Kapaizitätsgrenzen des Gehirns
      Ich vergleiche Speed-Reading mit dem Versuch eine Fliege zu erschlagen. Die Fliege ist meistens schneller, denn ihr Gehirn ist so schnell, dass sie deine Hand in Zeitlupe auf sich zukommen sieht. Bei Menschen ist es so, dass jeder eine unterschiedliche Verarbeitungsgeschwindigkeit hat. Für die einen sind 500 WPM wie Zeitlupe und für den anderen sind 200 WPM die Obergrenze, die sie nie überschreiten werden. Ich stagniere übrigens auch seit Jahren beim einzeiligen Lesen. Je nach Text: 300-400 WPM, mehr geht bei mir einfach nicht. Ich muss das akzeptieren.
      Bei den meisten ist es jedoch so, dass sie unter ihren Möglichkeiten leben und ein Speed-Reading-Kurs holt noch mehr aus dem Gehirn heraus. Selbst wenn es nur 20% sind, auch das erleichtert das Leben deutlich, wenn man berufsbedingt 10 Stunden pro Woche lesen muss.

      4. Trainingstipp
      Es kann auch sein, dass du ein akkustisch veranlagter Mensch bist und die innere Stimme deine Leistung fördert. Daher würde ich bei Dir diese „Hardcore“-Intervalle beim Metronom einfach sein lassen. Trainier doch mal mit langsamen Steigerungen. Fang ganz unten beim Metronom an – bei 40 Schlägen pro Minute. Wenn du gut verstehst, dann mach 42 und lies eine Stunde so weiter. Wenn das dann gut geht, dann auf 44. Das klingt nach wenig, sind aber immerhin 10% von 40 auf 44. Lass deine innere Stimmer mitlaufen und lies völlig locker und ohne Leistungsdruck.

      Oder hast du es auf die Art schon probiert?
      Probier mal bitte und sag mir Bescheid, ob was anders geworden ist!
      Wir kriegen das hin Marc, ich werde nicht eher ruhen, bis du es kannst.
      Das ist jetzt meine neue Herausforderung für 2014 🙂

  2. Hallo Peter,

    vielen Dank für deine sehr schnelle und ausführliche Antwort.
    Ich arbeite das auch nach deinen Punkten ab. Macht sich gut. 🙂

    zu 1. Danke, dass du so ehrlich bist und insofern meinen vielleicht zu hohen Erwartungen erst mal den Zahn ziehst. Tatsächlich war mein langfristiger Wunsch schon weit mehr als nur 25% Steigerung. Das ist sogar sehr ernüchternd, da eine solche Steigerung ja schon tagesform- und textscchwierigkeitsabhängig vorkommen kann. Und meine Ziele wären weitaus ambitionierter.
    Langfristig wollte ich irgendwann bei normalen Texten 1000WPM erreichen. Das war der große Traum sozusagen. (ich liebe lesen und wie gesagt, ich will noch viel viel mehr lesen als jetzt schon)

    zu 2. Ja, ich weiß dass das mit dem Subvokalisieren schon auch so ein bisschen zu einer Glaubensfrage geworden ist in der Diskussion ums Speed Reading. Normalerweise wäre das ein Punkt der mich sehr, sehr skeptisch machen würde. Nur ich habe das einfach erlebt, dass Leute die selten lesen und es nicht mal gern tun (weniger belesen, geringeres Vokabular, weniger Allgemeinbildung), SCHNELLER als ich lesen. Also kann ich empirisch erleben, dass es möglich ist.
    Sicherlich mag die individuelle Verarbeitungsgeschwindigkeit eine Rolle spielen und ich habe vielleicht auch eine etwas längere Leitung als andere. Will aber trotzdem versuchen, da mehr rauszuholen was Lesegeschwindigkeit angeht.
    Das mit den Zahlen üben…werd ich mal versuchen. Wobei mir das vermutlich wesentlich weniger Spaß machen wird, als ein Buch in die Hand zu nehmen und schneller lesen zu üben. :/

    zu 3. Zur Verarbeitungsgeschwindigkeit hab ich ja zuvor was gesagt. Aber weil du es erwähnst…
    Also das mehrzeilige Lesen ist mir immer ein Rätsel geblieben. Sicher geht das erst wenn man rein optisch liest. Ok. ABER: Ich wüsste überhaupt nicht wie ich den Blick steuern soll, da verliert man doch nach kürzester Zeit die Zeile und der Blick irrt auf dem Text umher !? Das hat mir bisher KEIN einziges Speed Reading Buch erklären können, wie man da den Blick steuern soll um immer die korrekten Zeilen zu finden.

    zu 4. Das ich ein sehr akkustikaffiner Mensch bin kann sein. Darauf wies mich einst ein Freund hin, weil er merkte, dass ich beim Lärm auch ab und zu mal beim Sprechen pausiere, da es mich stört.

    Ich werde noch mal mit langsamen Beattempo trainieren und mal schauen wie das geht. Hab ich eigentlich auch schon oft gemacht, aber bin oft einfach lieber zu etwas höheren Geschwindgkeiten übergegangen, weil dieses Tempo (40bpm) für mich das unangenehmste war.
    Und zwar, weil ich teilweise etwas schneller lesen konnte als der Beat, dann aber wieder länger brauchte und nicht mit dem subvokalisieren hinterher kam.
    Das hat dermaßen meinen Leserythmus gestört, dass es mir schwer fiel die Auge-Hand-Koordination hinzubekommen und gleichzeitig auf Verständnis zu lesen. Hatte einfach das Gefühl mal lese ich zu langsam, mal zu schnell.
    Teilweise hatte ich auch das Gefühl bei einer etwas höheren Geschwindkeit den Text besser zu verstehen und die Subvokalisation fasst zu weglassen zu können. Das fühlte sich beinahe gut an, aber wo ich den Eindruck hatte es klappt mit der „Comprehension“ mangelte es massiv an der „Retention“ (die war annähernd Null), um mal die englischen Begriffe zu verwenden.

    Was auch ÜBERHAUPT nicht funktioniert ist das Training, einen Text erst normal zu lesen und dann in mehreren Durchgängen schneller und schneller.
    Da ich, wie berichtet, ein exzellentes Textverständnis habe, wenn ich normal lese, langweilt mich der Text beim zweiten (dritten, vierten) unmittelbar danach lesen dermaßen, dass ich nicht lese sondern nur noch mal drüber hinwegfliege und mit den Gedanken abschweife.

    Vielen Dank nochmals, dass du mich hier ab jetzt bei Fragen betreust 🙂
    Find ich super!

    Gruß Marc

    1. Hallo Marc,

      zu 1: 1000 WPM zu erreichen ist nur wenigen Leuten vorbehalten. Versuch dich einfach zu verbessern so weit es geht und denk nicht an irgendwelche Zahlen.

      zu 2: das mit den Zahlen ist nur da, um die zu beweisen, dass das Verständnis von Gelesenem schon viel schneller da ist als du innerlich mitreden kannst. Lange üben brauchst du das nicht, ist nur zur Verdeutlichung. Schreib Dir einfach ein paar 5-6-stellige Zahlen auf und probier mal die Aufdeckübung, die ich in meinem Youtube-Video Nr. 1 zum Speed-Reading hochgeladen habe.

      zu 3: das mehrzeilige Lesen wird auch mit Lesehilfe gemacht und da führt der Stift dein Auge quer über den Text. Er gibt dann nu so grob die richtung vor und die Augen nehmen dann halt die Textblöcke auf, die drumherum sind. Einfach den Stift schräg über mehrere Zeilen ziehen und dabei so gut es geht der Bewegung folgen. Aber nicht auf den Stift direkt schauen, sondern ihn einfach die Augen „ziehen“ lassen. Ich habe das übrigens auch nicht so gut gekonnt, erst seitdem ich einen Ebookreader habe, bei dem ich Schriftgröße und Textbreite einstellen kann, da klappt es besser.

      zu 4: fang nicht unbedingt mit 40 BPM an, sondern mit einem Takt, der deiner aktuellen Geschwindigkeit nahekommt. Wenn du diesen Takt gefunden hast, dann kannst du so aller 20-30 min mal probieren die Geschwindigkeit hochzustellen.

      Dieses „den selben Text immer schneller zu lesen“ ist eine Übung, die ich auch mal hatte, aber dann rausgenommen habe aus dem Programm. Die Leute im Kurs waren auch davon angekotzt, dass man immer das gleiche liest. Bist also kein Einzelfall 🙂

      Dann noch ein weiterer Irrtum, dem viele unterliegen:
      Die meisten denken, dass man beim S.R. alles immer schnell lesen muss und niemals zurückspringt. Das ist Schwachsinn. Man passt die Geschwindigkeit permanent dem Text an und liest immer so, dass man gut mitkommt. Wenn Du ne Denkpause brauchst, um den Text zu verstehen, dann halt an und denk nach. Dieses ganze Metronomtraining ist nur dazu da, um dein Gehirn in die Lage zu versetzen Dinge auch mal sehr schnell zu lesen. Beim Metronomtraining macht man auch keine Pausen und versucht immer nur den Takt zu halten, nicht unbedingt alles zu verstehen. Aber das ist nur Training. Beim normalen Lesen liest du immer so, wie es Dir angenehm ist und machst pausen wenn Du sie brauchst.

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