Chancengleichheit – gibt es leider nicht

Mit einem Freund von mir haben wir uns neulich über unseren Nachwuchs unterhalten – per Mail. Ich sage das mit der Mail, weil dieser Freund als Expat in Shanghai (China) arbeitet. Sein Kind ist halb deutsch, halb japanisch. Auf die Frage hin, in welcher Sprache es erzogen wird, hieß es: Englisch, Deutsch, Japanisch – Chinesisch lernt es dann eh in der Schule vor Ort. Wow, cool. Ich habe gesagt, der Junge sollte sich in der Schule dann noch für Spanisch einschreiben 🙂

„Natürlich“ sind beide Eltern Akademiker. Ich bin mir sicher, das Kind wird feinste Manieren haben und rundum wohl erzogen sein, wie die Eltern. In die Schule wird der kleine vermutlich mit den Kindern anderer Manager und hochrangiger Persönlichkeiten gehen. Somit hat er schon von jungen Jahren an ein internationales Netzwerk von Freunden und spricht zudem die wichtigsten Wirtschaftssprachen der Welt fließend. Das sich der kleine wohl keine Sorgen um seine berufliche Zukunft machen muss, das dürfte klar sein.

Dieses Beispiel ist vielleicht nicht die Regel, aber es ist Realität. Es zeigt, dass man als Eltern nicht mal reich sein muss, um einem Kind zahlreiche Wettbewerbsvorteile mit in die Wiege legen zu können. Geld ist nicht immer der wichtigste Faktor.

Wie man Kindern bessere Chancen eröffnet

Das Geheimnis des „Erfolges“ ist also eine Mischung aus familiärem Hintergrund, Bildung und hochwertigen Netzwerken. Und diese kann keine Regierung der Welt – und mag sie noch so links sein – den Menschen erkaufen indem sie Geld umverteilt. Selbst wenn man das Kindergeld auf das Doppelte oder das Dreifache erhöhen würde – die Chancenvorteile der Netzwerke und der Fähigkeiten, die man Kindern mit in die Wege legt, die kann man damit nicht beheben.

Für Eltern mit wenig finanziellen Mitteln bedeutet das – Wenn Sie Ihren Kindern die besten Chancen eröffnen wollen, dann:

  • achten Sie auf deren schulische Leistungen, tun sie alles, damit es die bestmögliche Bildung erhält
  • bringen Sie ihnen jungen Jahren – neben dem Schulstoff – so viel wie möglich bei
  • achten sie auf ihre Umgangsformen, die Art wie sie reden und sich ausdrücken
  • u.v.m.

Viele dieser Dinge kann man auch mit wenig Geld umsetzen. Zum Beispiel gibt es an vielen Schulen eine kostenlose, englischsprachige Theatergruppe. Oder Feriensprachkurse an den Volkshochschulen, die sich jeder leisten kann. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Kinder lernen so schnell und so leicht – nutzen Sie diese Phase bestmöglich aus.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.