Serie: Selbständig machen ohne Kapital – Teil 3

Hier geht es weiter mit meiner Serie für potenzielle Existenzgründer. Heute geht es darum eine Methode zu finden, mit der Sie mit höherer Wahrscheinlichkeit an Aufträge kommen und dabei höhere Preise durchsetzen als die Wettbewerber. Zudem befasse ich mich mit dem Pareto-Prinzip und zeige Ihnen, wie Sie damit die Effizienz Ihrer kleinen Firma maximieren können.

Google Anzeigen:

7. Seien Sie kein ungebetener Gast
Wenn Sie Ihre Wohnung renovieren möchten und zwei Handwerker bewerben sich um den Auftrag – wem werden Sie diesen übergeben?

  • Handwerker A: macht es für 1.000 Euro – Sie kennen ihn jedoch nicht
  • Handwerker B: macht es für 1.300 Euro – er kam auf Empfehlung von Freunden

Ich würde den Auftrag Handwerker B geben, weil die Empfehlung von Freunden mir die Sicherheit gibt, dass ich mir weniger Sorgen um versteckte Mängel machen muss. Handwerker A ist zwar deutlich billiger, aber über ihn weiß ich nichts und somit besteht die Gefahr, dass er mich mit seinem billigen Angebot übers Ohr haut. Was lernen wir daraus?

  • Gehen Sie nicht ohne Einladung in das Haus anderer Leute
  • Wer gezielt Netzwerke einsetzt, der kann höhere Preise durchsetzten

Wir alle machen grundsätzlich ungern Geschäfte mit Unbekannten und verlassen uns viel lieber auf die Empfehlungen unserer Freunde und Bekannten. Im Geschäftsleben ist das genauso.

Wenn Sie Aufträge von einer bestimmten Firma haben möchten, dann klingeln Sie nicht einfach an deren Tür, sondern versuchen Sie stattdessen Personen anzusprechen, die Sie aus dieser Firma kennen.

Sollte Ihr Netzwerk nicht so weit reichen, dann versuchen Sie im bestehenden Bekanntenkreis einen Vermittler zu finden, der jemanden in der Firma kennt. Wenn Sie das schaffen, dann wird man sich dort ernsthaft mit Ihrem Angebot auseinandersetzen.

Ist Ihr Netzwerk dafür zu klein, dann würde ich die Finger von der Sache lassen und auf meine Chance warten. Es sei denn Sie sind ein Naturtalent im Vertrieb und Sie könnten einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen – dann nichts wie los.

8. Das Pareto-Prinzip – der richtige Umgang mit der Arbeitszeit
In vielen Firmen ist es ein unausgesprochenes Geheimnis:

  • 20% der Kunden erzeugen 80% des Umsatzes
  • die restlichen, kleinen Kunden verursachen 80% des Arbeitsaufwandes

Würden die Firmen diese kleinen Kunden aussortieren und 80% der Mitarbeiter entlassen, dann wäre die Rendite deutlich höher. Der Grund ist: sie hätten noch immer 80% des Umsatzes aber könnten diesen mit 20% der Belegschaft bedienen.

Verstehen Sie mich nicht falsch – rein rational gedacht funktioniert es so. Die sozialen Konsequenzen wären jedoch absolut tragisch. Als Selbständiger müssen Sie jedoch keine Sorge haben so zu denken, denn Sie vernichten keine Arbeitsplätze.

Nehmen wir kurz an, oben genannte Relation würde auf Ihre Unternehmung zutreffen. Rechnen wir mal mit 10.000 Euro Umsatz pro Monat, und ca. 50 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Nun entschließen Sie sich nach dem Pareto-Prinzip zu leben und streichen einfach 80% der Kunden aus Ihrer Kartei. Was passiert?:

  • Ihnen bleiben immer noch 8.000 Euro Umsatz pro Monat.
  • Ihre Arbeitszeit würde sich auf 10 Stunden pro Woche reduzieren.

Nun müssen Sie abwägen, welches Prinzip Ihnen lieber ist. Bei 8000 Euro und 10 Stunden pro Woche könnten Sie sich noch einen Zusatzjob suchen von ca. 20-30 Stunden. Dann hätten Sie so viel Geld, dass Sie gar nicht mehr wüssten wo hin damit :-).

Ein solches Modell ist gar nicht utopisch. Ich persönlich bevorzuge zum Beispiel genau diese Arbeitsweise, denn sie ermöglicht es mir neben einem hervorragend bezahlten Job (bin immerhin studierter Betriebswirt) mit meinen Seminaren viel Geld zu verdienen. Arbeitszeit für Vertrieb fällt nicht an, weil ich nur Stammkunden bediene und neue Kunden einzig und allein durch Empfehlungen akquiriere. Gleiches gilt für die Organisation der Kurse. Diese werden von den Firmen und Institutionen gemacht – ich selber organisiere keinerlei offene Veranstaltungen. Dadurch entgeht mir sicherlich einiges an Umsatz, aber dafür kann ich zwei Einnahmequellen unter einen Hut bringen, während andere Probleme haben mit einer einzigen zurechtzukommen.

Behalten Sie das Pareto-Prinzip immer im Hinterkopf. Damit werden Sie auch die für Sie optimale Lösung finden, da bin ich mir zu 100% sicher!

Hier gehts zu TEIL 1 / TEIL2

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.