Filmtipp: „The Nomi Song“ – das Leben von Klaus Nomi

Künstler aus dem deutschsprachigem Raum, die mit ihrer Musik in den USA Erfolg haben, kann man fast an einer Hand abzählen. Falco, Nena, Modern Talking, Kraftwerk, Rammstein oder Tokio Hotel sind einige der wenigen Ausnahmen. Einer, den man selbst hier nicht auf der Rechnung hat, ist Klaus Nomi. Dessen tragisches Schicksal erzählt der 2004 erschienene Film „The Nomi Song“.

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Wer ist Klaus Nomi? – die Kurzversion
Anfang der 70er Jahre wanderte Klaus Nomi von Deutschland nach New York aus. Seine musikalischen Vorlieben umfassten sowohl Populärmusik, als auch Klassik / Oper. Ihm gelang es aus beiden Einflüssen eine Mischung zu kreieren, mit welcher er sich das Ansehen der Fans beider Musikrichtungen sichern konnte.

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Erste internationale Erfolge zeichneten sich mit dem Beginn der 80er Jahre ab. Es erschienen zu Lebzeiten zwei erfolgreiche Platten: „Klaus Nomi“ und „Simple Man“, und einer großen Karriere stand eigentlich nichts mehr im Weg, außer! – eine tückische Krankheit die damals wie ein Schock über die Welt kam: AIDS.

HIV / AIDS wurde erst im Dezember 1981 als Krankheit erkannt. Nomis Infektion wurde vermutlich 1982 diagnostiziert und schon im August 1983 verstarb er an deren Auswirkungen. Damit war Klaus Nomi eines der ersten prominenten Opfer der neuen Krankheit überhaupt – und das so kurz bevor er der Welt all sein Potenzial zeigen konnte.

Der Film: „The Nomi Song“
Ich habe den Film im Januar 2013 auf ARTE zum ersten Mal gesehen und fand ihn klasse. Gar nicht wegen der Musik, sondern weil:

Wenn man sich das Radioprogramm so anhört, dann könnte man meinen die 80er seien ein Jahrzehnt gewesen in dem es ca. 5 Bands gab und nur 20 verschiedene Songs. Nomi hatte auch in Deutschland Erfolg, aber haben Sie je ein Lied von ihm im Radio gehört in den letzten Jahren? Wham, Queen oder Supertramp hört man als Autofahrer dagegen fast täglich. Bei dem ewig gleichen Brei, den die Sender aus dieser Zeit ständig wiederkauen, ist es immer wieder schön zu sehen, dass es damals auch ganz andere Sachen gab. Insbesondere, wenn es um einen deutschen Künstler geht, der so kurz davor war die internationale Musikwelt zu erobern.

Man kriegt Bilder und Interviews mit Zeitgenossen geboten, die man so nie sehen würde und bekommt dadurch ein Gefühl dafür, wie damals die künstlerische Szene zusammenhing: welche Bedeutung Größen wie Andy Warhol oder Dawid Bowie zu der Zeit eingenommen haben oder warum das Greenwich Village sich zum Szeneviertel für Künstler und Homosexuelle entwickelt hat. Also auch NewYork-Fans kriegen etwas geboten.

Besonders dramatische Momente bieten die Interviews, in denen Nomis „Freunde“ seine letzten Tage in der Klinik schildern. Kaum jemand hat ihn besucht, da zu der Zeit eine totale Paranoia ausgebrochen war und die Leute Angst hatten sich schon bei einer Umarmung mit HIV anzustecken.

Alles in allem ist dieser Film also eine vielseitige Zeitreise, bei der eine große Bandbreite an Themen beleuchtet wird. Sehr sehenswert und informativ. [aartikel]B000BKF5IQ:left[/aartikel]

Offizielle Seite: The Nomi Song

Trailer: The Nomis Song bei IMDb.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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