Trainerbörsen im Test 1 – „Trainer.de“

Die Trainerbörse „Trainer.de“ war für mich eine sehr teure Erfahrung und ich habe das Gefühl, dass ich mein Geld selten so sinnlos aus dem Fenster geworfen habe. Hier mein Erfahrungsbericht und die Gründe für mein negatives Urteil:

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Hohe Gebühren – wenige Optionen

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Der Beitrag bei „Trainer.de“ belief sich bei mir auf 7,50 Euro pro Monat. Da ich nur nebenberuflich tätig bin und unter die „Kleinunternehmerregelung“ falle, kamen bei mir noch die vollen 19% Umsatzsteuer hinzu. D.h. insgesamt habe ich ca. 107,- Euro für ein Jahr zahlen müssen. Dieser Preis ist deutlich teurer als Xing, dafür hat man hier aber wesentlich weniger Optionen.

Man kann lediglich ein Profil anlegen, das wie eine Art Lebenslauf aussieht. Darin wird das Leistungsangebot mit den passenden Stichwörtern hinterlegt. Das ist so weit OK.

Des Weiteren gibt es eine Börse, wo Unternehmen Kursanfragen ausschreiben für die sich die Dozenten bewerben können. Das ist auch eine gute Sache, allerdings muss man sie regelmäßig verfolgen und bei „Nischen“-Trainern ist vermutlich nur selten etwas dabei – bei mir zumindest. Zudem kann es gut sein, dass sich bei „Massenthemen“ auch viele andere auf die Angebote stürzen, so dass man leer ausgeht.

Das bedeutet:

  • die Trainer müssen darauf warten von den Interessenten gefunden zu werden
  • die Dozenten können nur auf mögliche Interessenten zugehen, wenn diese eine Kursanfrage in der Börse hinterlegen

Was hier ganz klar fehlt ist die Suche nach möglichen Interessenten aus der eigenen Zielgruppe, denen man die eigenen Kurse schmackhaft machen könnte.

In meinem Fall ging es um „Speed-Reading“. Obwohl zu dem Thema kaum andere Trainer in der Börse vorhanden waren, kam innerhalb eines Jahres keine einzige Anfrage. Bei Xing könnte ich in so einem Fall aktiv werden und zum Beispiel auf Rechtsanwälte zugehen weil ich weiß, dass diese viel lesen. Bei „Trainer.de“ geht das leider nicht und diese Passivität ist absolut nicht zeitgemäß.

Keine Wirkung beim Web-Traffic

Zudem verfolge ich sehr genau die Besucherzahlen meiner Internetseite und kann sehen auf welchem Wege die User zu mir geleitet wurden. Es waren immer nur ganz wenige dabei, die von meinem Profil bei Trainer.de gekommen sind. Nachdem ich es gekündigt hatte, sind die Aufrufe meiner Seite trotz der Löschung gleich geblieben. Das bedeutet auch für meinen Web-Traffic war die Mitgliedschaft absolut wirkungslos.

Fazit

„Trainer.de“ ist teurer als zum Beispiel „XING“, bietet aber viel weniger Möglichkeiten und generierte bei mir deutlich weniger Besucher.

Das Preis-Leisungsverhältnis könnte für Massenveranstaltungen wie: Englischkurse, Excelkurse, Rhetorikschulungen, Kommunikationstraining usw. in Ordnung sein – für ein Nischenangebot wie meins hat es leider nichts gebracht.

Eine kleine Einschränkung meiner Kritik

Bitte beachten Sie: jeder Trainer ist unterschiedlich und vielleicht verdienen andere gutes Geld durch ihr Profil mit Hilfe dieser Seite.  Das sollten Sie bei bei meinem Bericht und Ihrer Meinungsbildung berücksichtigen. Ich kann nur von meiner Situation sprechen und für mich hat sich die Mitgliedschaft nicht gelohnt.

Sollte es bei Ihnen zu einer erfolgreichen Vermittlung kommen, kann sich der jährliche Beitrag auf einen Schlag ammortisieren.

Auf jeden Fall sollten Sie Ihr Angebot unter die Lupe nehmen und erörtern, ob Sie ein Nischenanbieter sind, oder ob Sie in einem großen Markt tätig sind, bei dem genügend Angebote über die Börse generiert werden.

Frage an Sie – diskutieren Sie gerne mit

Aber vielleicht ist das bei Ihnen ja anders?

Haben Sie andere Erfahrungen gemacht?

Wenn Ja, helfen Sie anderen Trainern mit einen Tipp, wie man mehr aus der Mitgliedschaft machen kann?

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

2 Gedanken zu „Trainerbörsen im Test 1 – „Trainer.de““

  1. War auch meine Erfahrung vor etwa 10 Jahren. Das Geschäftsmodell der Trainerbörse besteht aus der Anwerbung möglichst vieler Trainer, die gebührenpflichtig ihr Profil anlegen, nicht in der Vermittlung von Aufträgen. So kommen potentielle Kunden so gut wie nie auf die Trainer zu.

    1. Das denke ich auch. Ich habe es äußerst selten erlebt, dass eine Firma in Trainerbörsen nach Trainern sucht. Meist holt man die sich über bekannte oder eben über die großen Anbieter wie Haufe oder Semigator. Trainer.de hat mir persönlich nichts gebracht und nur einen Haufen Geld gekostet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es vielen anderen genauso geht.

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