Investieren an den Finanzmärkten – Teil 3

Im letzten Teil der Serie haben Sie gesehen, dass Indexfonds (ETFs) die kostengünstigsten Anlageinstrumente des „kleinen Mannes“ sind. Das Problem dabei ist, dass sich Erfolg und Misserfolg eines ETF immer genauso entwickelt, wie der Kurs des Vergleichsindex. Auch wenn Sie mit Ihrem ETF besser abschneiden, als 80% der gewöhnlichen Aktienfonds, verlieren Sie jedoch immer, wenn der DAX an Wert verliert. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn die Wirtschaft in eine Rezession verfällt. Daher zeige ich Ihnen heute noch eine Möglichkeit, wie Sie bei sinkenden Kursen Geld verdienen können, so dass Sie für jede Situation die richtige Anlage wählen können.

Klassische Investment-Strategie für Anfänger
Die einfachste Form des Investments war immer schon der Kauf von Aktien oder von Aktienfonds. Nach dem Kauf gab es jedoch nur eine Art Gewinn zu machen: Wenn die Kurse nach oben gingen. Gingen Sie nach unten, entstanden Verluste und diese musste man über Jahre aussitzen. Diese Methode war aber nicht immer erfolgreich, wie Sie in der Grafik erkennen.

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Wie Sie sehen pendelt der DAX seit dem Jahr 1994 bis heute immer zwischen einem Wert von 2000 bis 8000 Punkten. Dazwischen findet sich ein permanentes Auf und Ab – ausgelöst von Faktoren wie: dem Platzen der Internetblase, die Anschläge vom 11. September, Irak-Krieg, Boomphase, Finanzkrise, usw. Je nachdem zu welchem Zeitpunkt sie eingestiegen sind, haben die Anleger Grund zur Trauer oder zur Freude.
Besonders viel Pech hatten zum Beispiel Investoren, die im Jahr 2000 DAX-Aktien kauften. Sie hatten bisher keine echte Möglichkeit ihre Verluste auszugleichen. Lediglich 2007 waren die Kurse mal wieder im Bereich von über 8100 Punkten aber für satte Kursgewinne war das zu niedrig. Wer dagegen 2003 investiert hat, der hat sein Geld kurz darauf fast vervierfachen können.

Die wichtige Erkenntnis dieser Betrachtung ist, dass die Hoch- und Tiefpunkte an der Börse immer ca. 2-4 Jahre auseinander liegen (hoch: 2000, tief: 2003, hoch: 2007, tief: 2009). Auf jede Boomphase folgt eine Rezession und auf diese der nächste Boom. Das ist völlig normal im Wirtschaftskreislauf und damit auch für die Börse eine logische Konsequenz.
Gehen Sie daher davon aus, dass Sie im Schnitt ca. 3-4 Jahre brauchen, um Kursverluste auszusitzen, wenn Sie auf einem mittleren DAX-Niveau von ca. 4000-5000 Punkten eingestiegen sind. Wenn Sie bei 8000 gekauft haben, dann kann es nach der bisherigen Erfahrung sehr viel länger sein. Dies sind die ungefähren Wertschwankungen, mit denen Sie bei dem Kauf eines gewöhnlichen DAX-ETF unterliegen.

Gewinne machen bei fallenden Kursen
An der Börse gibt es schon sehr lange die Möglichkeit auch bei fallenden Kursen Geld zu verdienen. Dies ist machbar über sogenannte Put-Optionsscheine, die im Wesentlichen nichts anderes sind als ein Wettgeschäft. Mit einem Optionsschein wetten Sie darauf, dass der DAX zum Zeitpunkt X unterhalb einer bestimmten Marke Y fällt. Wenn Sie Recht behalten, gewinnen Sie viel Geld. Wenn Sie die Wette verlieren, dann verfällt der Optionsschein an seinem Stichtag vollständig und dann verlieren Sie den kompletten Einsatz. Das ist der große Nachteil gegenüber Aktien. Bei Aktien können Sie Kursverluste langfristig relativ gut aussitzen. Bei Optionsscheinen ist alles weg. Daher rate ich allen Anfängern:  Hände weg von Optionsscheinen.

Short-ETFs statt Optionen für fallende Kurse
Wie bereits in Teil2 erwähnt, gibt es seit einiger Zeit ETFs, die auf fallende Kurse spekulieren. Wie dieses komplexe Produkt funktioniert, können Sie HIER (http://www.finanztip.de/etf/etf-21.htm) nachlesen, darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein.
Wichtig zu wissen ist, dass ein Short-ETF darauf ausgelegt ist, einen Index spiegelverkehrt darzustellen. Verliert der DAX 5%, dann gewinnt ein Short-DAX-ETF 5% dazu. Gewinnt der DAX 5%, verliert der ETF 5% – so zumindest das Ziel. Die Umsetzung ist leider nicht 1 zu 1 möglich aber es kommt der Sache recht nahe.
Der Unterschied eines Short-ETF zu Optionsscheinen ist, dass sie keinem Verfallsdatum unterliegen. Daher haben diese Papiere den gleichen Vorteil wie ein normaler ETF, nur dass sie genau andersherum funktionieren.

Langfristige ETF-Investmentstrategie
Das alles bedeutet: Sie haben auch als Kleinanleger die Möglichkeit in guten und in schlechten Zeiten Gewinne am Kapitalmarkt zu machen. Sie müssen nicht mehr sehnsüchtig auf Boomphasen warten, sondern können auch an fallenden Kursen gut verdienen.
Wie Sie das beispielsweise machen können, zeige ich Ihnen dann im nächsten Teil der Serie. Dort stelle ich Ihnen eine langfristige Strategie vor, bei der Sie mit dem Einsatz beider Produkte, die permanenten Schwankungen an den Börsen gewinnbringend ausnutzen.

Fazit
Die Börse unterliegt permanenten Schwankungen, die mit den Rezessions- und Boomphasen der Wirtschaft einhergehen.

Anleger ohne ausgiebige Erfahrung im Finanzbereich konnten bisher meist nur von steigenden Kursen profitieren. Das war möglich, wenn der Einstiegszeitpunkt günstig lag und sich die Kurse nach dem Kauf nach oben entwickelten.

Mit Optionsscheinen kann man auf fallende Kurse setzen und sich gegen Verluste sichern. Diese haben jedoch ein Zeitlimit, zu dem sie verfallen. Daher besteht die Gefahr einen Totalverlust zu erleiden.

Es gibt ETFs, die von fallenden Kursen profitieren. Deren Laufzeit ist nicht begrenzt. Somit kann man dieses Instrument dauerhaft einsetzen, um in einer Rezession Geld zu machen.
Haftungsausschluss:

Bitte beachten Sie: alle Kommentare zu rechts-, finanz- und steuerrechtlichen Themen sind ohne Gewähr und lediglich subjektive Meinung des Autors. Für verbindliche Auskünfte sollten Sie einen Anwalt, Steuer- oder Finanzberater konsultieren.

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Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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