Weniger Angst – mehr Erfolg

Für die meisten Menschen ist die Aussicht auf Ablehnung ein furchterregender Gedanke. Kaum eine andere Erfahrung aus dem alltäglichen Leben erschüttert so sehr das Selbstwertgefühl wie negative Rückmeldungen der Umwelt zur eigenen Person. Um solche unangenehmen Erlebnisse zu vermeiden entwickeln viele ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Das bedeutet so viel wie:

  • Aus Angst sich zu blamieren tun sie Dinge nicht, die nötig wären um Erfolg zu haben.
  • Aus Angst sich bei anderen unbeliebt zu machen, können sie nicht „nein“ sagen und tun Dinge, die sie vom Erfolg fernhalten.

Anstatt aktiv auf Herausforderungen zuzugehen und gelegentliche Rückschläge einzustecken, versuchen sie den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, möglichst ohne irgendwo anzuecken. Das ist ein Fehler, denn wer unangenehmen Situationen aus dem Weg geht, der entwickelt auch nicht die Fähigkeiten, die notwendig sind außergewöhnliche Situationen zu meistern. Und wer keine besonderen Fähigkeiten im Leben entwickelt, der wird immer nur Durchschnitt sein.

Kluge Leute machen sich diese typisch menschliche Eigenheit zu Nutze. Wer zum Beispiel als Chef um eine Gehaltserhöhung gebeten wird und den Mitarbeitern daraufhin eine äußerst unangenehme Abfuhr erteilt, der kann sich relativ sicher sein, dass diese armen Trottel die nächsten Jahre nicht auf die Idee kommen werden mehr Geld zu fordern. Einer solchen Blamage wird sich kein Mensch freiwillig nochmals aussetzen wollen. Natürlich kann es sein, dass sich die Mitarbeiter daraufhin nach einem neuen Job umsehen, aber die Führungskräfte wissen genau, dass die meisten viel zu träge sind ihr gewohntes Umfeld umzukrempeln. Also, warum sich Sorgen machen und die Gehälter erhöhen, wenn es auch billiger geht?

Einige Teamassistentinnen, die ich in meinem Berufsleben gesehen habe,  gehen nach der gleichen Strategie vor. Sie verhalten sich im ersten Moment wie echte Biester, so dass die meisten Kollegen es vermeiden sie um etwas zu bitten. Ich kann das gut verstehen, denn wie oft versuchen Mitarbeiter jede Kleinigkeit auf dem Bürotisch der Assistentinnen abzuladen? Auf diese Art schützen sich diese cleveren Damen erfolgreich davor die Abladestelle der Abteilung zu werden.

Alles eine Frage der Einstellung

Wenn Sie im Leben vorankommen möchten, dann müssen Sie die Angst vor Ablehnung überwinden – ein für alle mal. Mehr noch, Sie sollten sogar gezielt Situationen suchen und herbeiführen, die das Risiko bergen sich zu „blamieren“. Auf diese Weise erwerben Sie Kompetenzen, die andere nicht haben und so erhöhen Sie Ihre Chancen auf Erfolg. Der beste Weg hierfür ist es, Ihre Einstellung und Ihre Reaktion auf solche Erlebnisse zu ändern. Wenn Sie zum Beispiel einen Vortrag halten und ein negatives Feedback bekommen, dann gibt es unterschiedliche Wege damit umzugehen:

Der falsche Weg:

„Oh nein, ich bin ein unfähiger Versager und  jetzt machen sich alle über mich lustig. Präsentieren, das liegt mir einfach nicht, daher werde ich versuchen nie wieder einen Vortrag halten zu müssen.“

Der richtige Weg:

„Aha. Meine Präsentation war also nicht gut. Ich habe ohne Elan gesprochen und die Folien waren zu überladen. Also muss ich daran ein wenig arbeiten und sollte vielleicht auch einen Kurs für Rhetorik besuchen. Der Chef sucht gerade noch jemanden, der eine Präsentation für die Auszubildenden hält. Für diesen Vortrag werde ich mich freiwillig melden und versuchen es besser zu machen als heute.“

Sie sehen also, Sie können Ablehnung als eine Entwertung Ihrer Persönlichkeit auffassen und daran zerbrechen oder Sie können sie als einen Indikator verwenden, der Ihnen hilft Ihre Schwachstellen zu entdecken und auszumerzen.

Mut bringt Erfolg

Bedenken Sie immer: die Menschen um uns herum können wesentlich intelligenter und viel begabter sein als wir. Dennoch leben sie nicht in Saus und Braus und machen steile Karrieren, weil sie von ihren Ängsten klein gehalten werden. Und genau das ist Ihre Chance der Masse einen Schritt voraus zu sein.

Wie würden zum Beispiel die meisten Mitglieder einer Arbeitsgruppe reagieren, wenn es darum geht die Ergebnisse vor der Geschäftsleitung zu präsentieren? Meistens drucksen alle herum und sagen: „Mach Du X das, oder Du Y, du kannst das doch besser.“

In meinem Beruf habe ich solche Situationen bereits häufig erlebt. Anstatt mich aber zu drücken, wie die meisten anderen, habe ich immer gezielt solche „unangenehmen“ Aufgaben freiwillig übernommen. Zuerst hatte ich genauso viel Angst vor dem Präsentieren wie jeder andere auch, aber mit jedem Vortrag wurde das besser. Und was war das Ergebnis?

Obwohl ich nur ein ganz normaler Student war, halte ich heute erfolgreich Seminare und kann Tagessätze von mehreren hundert Euro verlangen. Warum? Weil ich keine Angst mehr davor habe vor großen Menschenmengen zu reden und weil ich meine Scheu davor abglegen musste Entscheidungsträger zu kontaktieren, um ihnen meine Kurse anzubieten u.v.m.

Fazit

Jedes mal, wenn Sie neue Herausforderungen meistern, entwickeln Sie Fähigkeiten. Ganz egal auf welchem Gebiet diese sein mögen, jede Erfahrung hat ihren Wert. Suchen Sie daher stets nach neuen Aufgaben, so dass Sie über immer mehr Kompetenzen verfügen.

Da sich die meisten Menschen vor unangenehmen Situationen drücken, besitzen solche Fähigkeiten einen immer höheren Markt- uns Seltenheitswert. Dadurch verbessern Sie Ihre Chancen aus diesen Kapital zu schlagen.

Viele Menschen in leitenden Positionen nutzen die Angst anderer vor Ablehnung aus, um sie damit gezielt zu entmutigen und klein zu halten. Betrachten Sie Ablehnung daher nicht als Entwertung Ihrer Persönlichkeit, sondern immer als etwas, aus dem Sie wertvolle Lerneffekte gewinnen können. Lernen Sie vor allem zu unterscheiden, wann negatives Feedback ernst gemeint ist und wann es nur dem Zweck dient Sie im Konkurrenzkampf auszuschalten.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.