Serie: Mehr Geld verdienen – Teil 2

Wie Sie ein Geschäft aufbauen

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Vor einigen Wochen habe ich das Buch Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben von Tim Ferris gelesen. Wenn Sie mich fragen, ob ich es gut finde, muss ich ganz klar sagen: JA. Es hat leider ein paar Längen, aber alles in Allem finde ich es sehr hilfreich.

Der Autor lobt in seinem Buch sehr überschwänglich das „Outsourcen“ von arbeitsintensiven Tätigkeiten, daher halte ich mich mal an seine Vorgabe, indem ich Sie bitte es selber zu lesen. Ich beschreibe Ihnen nur kurz, warum Sie unbedingt dieses Buch kaufen sollten und nicht irgendein anderes.

Wenn Sie das dann getan haben, nehmen Sie sich die Ergänzungen zu Herzen, die ich am Ende des Artikels anfüge und dann kann es losgehen mit dem eigenen Unternehmen.

Die erste Hälfte

Der erste Teil des Buches ist im Wesentlichen Selbstbeweihräucherung, die uns wohl zeigen soll, was wir für arme Würstchen sind und was er (der Autor) für ein tolles Leben hat. Für den einen ist es eine Motivation es ihm nachzutun, für andere ist es vermutlich Zeitvergeudung – darüber kann man sich streiten. Sehen wir also einfach mal davon ab und wenden uns den wirklich wichtigen Dingen zu.

Das, was mir im ersten Teil besonders gut gefallen hat, war die konsequente Anwendung des Pareto-Prinzips (auch bekannt als die „80/20-Regel“) auf all unsere Lebenslagen und geschäftlichen Bereiche.

Ich als Trainer muss ja ebenfalls Marketing betreiben und habe diese Analyse bei mir selber durchgeführt. Jetzt ist es tatsächlich so, dass ich viel weniger Werbemaßnahmen durchführen muss, da ich mich auf die wenigen konzentriere, die mir bisher den sichersten Umsatz eingebracht haben – und siehe da, es funktioniert. Ich muss jetzt viel weniger Zeit mit aufwändigen Marketingaktivitäten verbringen und kann mich stattdessen auf die Stammkunden konzentrieren – also zwei Daumen nach oben.

Die zweite Hälfte

Die zweite Hälfte des Buches ist ganz hervorragend und beinhaltet die Informationen, aufgrund derer ich es empfehle. Hier bekommt man eine komplette Anleitung serviert, mit der man ein eigenes kleines Unternehmen mit Hilfe kostenloser Internetanwendungen aufbauen kann. Es wird gezeigt, wie man eine Nische für passende Produkte findet, wie man sich selbst als Experte für ein Fachgebiet etabliert und wie man eine komplette Vertriebs- und Lieferkette so optimiert, dass man selber kaum noch in seinem Geschäft aktiv werden muss.

Wer dieses Buch durchgelesen hat, der hat einen fast fertigen Bauplan für eine eigene, internetbasierte Firma. Daher empfehle ich dieses Werk wirklich jedem, der mit dem Gedanken spielt sich selbständig zu machen oder einen lukrativen Nebenverdienst aufzubauen.

Wichtige Anmerkung zum Buch

Kommen wir nun zu meinem wichtigsten Kritikpunkt. Tim Ferris Buch basiert auf seinem subjektiven Ziel mehr Freiheit und Freizeit haben zu wollen. Er richtet seine Erläuterungen darauf aus Ihnen zu zeigen, wie Sie das auch erreichen können. Wenn es Ihnen nun gelingt mit Hilfe seiner Ideen ein Geschäft aufzubauen, dann kann ich jedoch nur dringend davon abraten sich auf die faule Haut zu legen. In meinen Artikel zum Risikomanagement finden Sie auch die Gründe dafür (LINK).

Heutzutage gibt es fast kein dauerhaft sicheres Geschäft mehr. Jede neu entdeckte Nische spricht sich innerhalb von wenigen Tagen um und kann von anderen Anbietern besetzt werden. Am leichtesten lassen sich die Geschäftsmodelle von Internetfirmen kopieren, da diese am wenigsten technologieintensiv sind und fast kein Kapital benötigen.

Zudem birgt heute jede Innovation das Potenzial ganze Branchen in den Ruin zu stürzen. Denken Sie zum Beispiel an die Firmen, die in den 1990er Jahre noch Schreibmaschinen hergestellt haben. Die meisten sind längst pleite, da ihre Geräte von Computern einfach verdrängt wurden. Wer da nicht schnell neue Produkte entwickeln konnte, der ging sofort unter.

Wenn Sie nun mit Hilfe des Buches eine erfolgreiche Internetfirma aufbauen und der Überzeugung sind, dass Sie damit für immer ausgesorgt haben, dann irren Sie sich. Es sei denn natürlich Sie können in kurzer Zeit Millionenbeträge zurücklegen, so dass Sie locker von den Zinsen leben können – dann O.K.

Nutzen Sie lieber Ihre Einnahmen, um damit in nachhaltige Einkünfte zu investieren, selbst wenn die Renditechancen nicht gigantisch sind. Immobilien in guter Lage zum Beispiel gelten als relativ sicheres, nachhaltiges Investment. Auch Aktienfonds erwirtschaften langfristig meist gute Renditen, da jedoch steigt das Risiko bereits deutlich.

Wichtig ist es auch die Augen weiterhin offen zu halten, neue Geschäftsideen auszuloten und auszuprobieren, so lange bis das finanzielle Polster groß genug ist, um sich dauerhaft zur Ruhe setzen zu können.

Nur wer dieses Ziel erreicht hat, der kann die Arbeit ernsthaft einstellen oder als „kleines“ Hobby weiter betreiben. Vorher ist es etwas riskant.

Autor: Peter Kovacs

Peter Kovacs ist Diplom Betriebswirt (FH) und arbeitet als Controller. Zudem ist er Trainer für Speed-Reading, antike Gedächtniskunst und nonverbale Kommunikation.

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